Geld hübscht Industriedenkmal auf

Die Dachkonstruktion der Jahrhunderthalle in Bochum, fotografiert am 27. Februar 2010, wird rot illuminiert. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Die Dachkonstruktion der Jahrhunderthalle in Bochum, fotografiert am 27. Februar 2010, wird rot illuminiert. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Die Stadt übernimmt die Jahrhunderthalle und bekommt im Gegenzug als „Mitgift“ vom Land Geld für den Ausbau der Marienkirche. Dieser „Deal“ wird seit Jahren hart verhandelt.

Bochum. Nun steht fest: Die Stadt Bochum hat sich mit fast allen Forderungen durchsetzen können, so dass bereits ein Vertragsentwurf gen Düsseldorf geschickt wurde. Die EGR als städtische Tochtergesellschaft, so die Idee, sollte die Jahrhunderthalle vom Land übernehmen. Das gab Baudezernent Dr. Ernst Kratzsch jetzt im Ausschuss für Stadtentwicklung bekannt.

Die Finanzierung der Jahrhunderthalle (Instandhaltung) durch das Land ist bis 2023 gesichert; dies wurde vertraglich festgelegt. Wolfgang Cordes (Grüne): „Das macht es zu einem überschaubaren finanziellen Risiko für die Stadt.“ Der Vertragsentwurf enthält auch die Mittelzusage (9,4 Millionen Euro) für die Marienkirche als Teil des Musikzentrums. Bis zum kommenden Frühjahr soll die Ausschreibung für den Ausbau auf den Weg gebracht werden.

Offen ist bislang einzig, was aus dem Versprechen wird, die Kultur-Ruhr (Veranstalter der Ruhr-Triennale) in Bochum anzusiedeln. Dazu werde noch mit dem Kulturministerium verhandelt.

Weitere Umbaumaßnahmen

Im nächsten Jahr ist vorgesehen, das undichte Dach zu reparieren, die Westfassade zu erneuern, den Untergrund an der Alleestraße zu festigen und den Wasserturm zu erhalten. Allein die Dachsanierung ab 2012 soll 2,2 Millionen Euro kosten und wird – wie die meisten Maßnahmen – durch NRW.Urban durchgeführt. Das Unternehmen bereitet Stadtentwicklungsprojekte vor, begleitet und steuert die Umsetzung der Baumaßnahmen als Partner von Land und Kommunen.

Im März soll laut Kratzsch das Pumpengebäude für Gastronomie und als Besucherzentrum für die Route der Industriekultur ausgebaut werden. „Das Zirkuszelt wird verschwinden, an dessen Stelle entsteht eine Parkfläche, eingebettet in einem Wäldchen, das dort angepflanzt wird.“ Saniert werden auch die Rohrleitungen, die optische den Gesamtcharakter der Industriekulisse mitprägen.

Sanierung von Denkmalgeschützten Bestandteilen

Mit Lichtinszenierungen wird, ähnlich wie die Halle, das Colosseum betont. Ebenfalls in 2012 wird die Dampfgebläsehalle ausgestaltet für Proben und Veranstaltungen, und der kleine Wasserturm – er steht unter Denkmalschutz, genauso wie die Jahrhundert-, Turbinenhalle und der große Wasserhochbehälter - soll zwecks Erhalt saniert werden.

Die Mittel für den Bau des Parkhauses sind ebenfalls bewilligt; die Ausschreibung läuft, denn das Haus muss, innerhalb der Zuwendungsfrist, bis Herbst nächsten Jahres bereits stehen. Das Gebäude ist parallel zur ThyssenKrupp Halle ausgerichtet, die begrünte Dachlandschaft geht in die Böschung der Auffahrtsstraße über. Die Frankfurter Raumwerk-Architekten haben dafür 2009 im Realisierungswettbewerb den 1. Preis erzielt.

Die Westfassade der Halle soll einen Schallschutz bekommen, damit Proben und Aufführungen ungestört bleiben. Der kostet 410.000 Euro und soll 2012/13 verwirklicht werden. Insgesamt soll das Land die Nutzung mit 9,45 Mio € sicherstellen.

 
 

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