Geld für Verkehrsberuhigung fehlt

Sabine Vogt
Die Verkehrssituation an der Hans- Böcker Straße  vor der U-Bahn-Einfahrt ist für Fußgänger nach Ansicht des Seniorenbeirats gefährlich. Straßenbahn, Busse und Autos behindern die Fußgänger bei der Überquerung der Fahrbahn. Foto: Udo Kreikenbohm
Die Verkehrssituation an der Hans- Böcker Straße vor der U-Bahn-Einfahrt ist für Fußgänger nach Ansicht des Seniorenbeirats gefährlich. Straßenbahn, Busse und Autos behindern die Fußgänger bei der Überquerung der Fahrbahn. Foto: Udo Kreikenbohm
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Bochum. Der Seniorenbeirat fordert mehr Schutz für Fußgänger in der Innenstadt. Ständig fühlten sich ältere Passanten unsicher und reagierten irritiert angesichts der Verkehrssituation zwischen Rathaus/Hans-Böckler-Straße und Boulevard.

Der Beirat hat gemeinsam mit Straßenverkehrsamt, Tiefbauamt, Bezirksvertretung Mitte und Polizei die Örtlichkeit besichtigt und Lösungsvorschläge gemacht.

Senioren empfinden Gesamtlage als "unbefriedigend"

So für die Rathaus-Kreuzung. Sie gilt laut Polizei zwar nicht als Unfallschwerpunkt, doch empfinden Senioren die Gesamtlage als „unbefriedigend“: Eine deutlichere Rechtslage sei zwingend erforderlich, so meinen die Beiratsmitglieder Theo Kraushaar, Johanna Randandt und Berthold Jäger.

„Es entstehen immer wieder Konfliktsituationen, weil die meisten Fußgänger der Auffassung sind, der Boulevard sei Teil der Fußgängerzone, zumal sie aus der ausgeschilderten Fußgängerzone Kortumstraße kommen“; deren Ende sei so gut wie nicht erkennbar. Hilfreich wäre es, Parken nur noch für Behinderte und Arztbesucher zuzulassen. Vor dem Citypoint sollen nun drei Behindertenstellplätze angelegt werden; Falschparker im Bereich Wittener Passage werden laut Polizei strenger geahndet.

"Berliner Kissen" also eventuelle Lösung

Gefahren sieht der Seniorenbeirat besonders auch für Passanten, die die Hans-Böckler-Straße auf Höhe der Citypassage Richtung BVZ queren wollen, zumal die Fahrbahn verschwenkt wird an der Stelle, wo die Straßenbahn den U-Bahn-Tunnel verlässt und zudem Busse verkehren.

Um die Geschwindigkeit weiter zu reduzieren, wurde vorgeschlagen, je zwei so genannte Berliner Kissen als Paare vor und hinter der Passage einzubauen. Dies sind erhöhte Hindernisse zur Verkehrsberuhigung, die den Autofahrer zum Abbremsen verleiten. Indes räumt dazu die Verwaltung ein, dass diese vier Kissen ca. 12.000 Euro kosteten; Geld, das die Stadt bei ihrer derzeitigen Haushaltslage nicht aufbringen kann.

Als Sofortmaßnahme regte der Beirat an, für Fußgänger eine deutlich erkennbare Aufstellfläche zwischen Fahrbahn und Straßenbahngleise einzurichten. Diese Markierung ist bereits erfolgt.