"Gate-Guards" sollen Verkehrsfluss auf der A 40 verbessern

Stefan Kober
Unmittelbar westlich und östlich des eigentlichen Westkreuzes werden derzeit flexible Leitplanken auf dem Mittelstreifen der Autobahn errichtet.
Unmittelbar westlich und östlich des eigentlichen Westkreuzes werden derzeit flexible Leitplanken auf dem Mittelstreifen der Autobahn errichtet.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Mit sogenannten „Gate-Guards“, mobilen Leitplanken, will Straßen.NRW den Verkehr auf der A 40 bei Unfällen flexibler lenken. 400.000 Euro kostet das.

Bochum. Der Landesbetrieb Straßen.NRW kommt mit dem Einbau flexibler Mittelleitplanken im Westkreuz schneller voran als geplant. Projektleiter Rolf Witte schätzt, dass die sogenannten „Gate-Guards“ bereits Ende der Woche fertig montiert sind - und zwar an zwei Stellen auf der A 40 unmittelbar östlich und westlich des Autobahn-Dreiecks. Am Wochenende könnte dann bereits der Abbau der Baustelle beginnen, die eigentlich bis zum 22. Oktober vorgesehen war. Seit Mitte der vergangenen Woche ist jeweils der linke Fahrstreifen der A 40 in beiden Richtungen gesperrt. Nennenswerte Verkehrsbehinderungen habe es durch die Arbeiten bislang nicht gegeben, betont Witte.

Dennoch dürfte sich mancher Autofahrer gewundert haben, weshalb in der Verbindung von A 40 und 448 nach der offiziellen Freigabe im Juni nach jahrelangen Bauarbeiten jetzt erneut gearbeitet wird. Eine Integration der Einrichtung der Gate-Guards in den Westkreuz-Ausbau sei allerdings nicht möglich gewesen, erklärt Witte. Erst nach dem Abschluss der dortigen Arbeiten habe der Landesbetrieb die „Löcher“ in der Leitplanke vermessen können. Daraufhin seien die Gate-Guards, die aus mehreren miteinander verbundenen Einzelteilen bestehen, angefertigt worden. Nun ersetzen sie die an diesen Stellen nach der Westkreuz-Fertigstellung zunächst verbauten provisorischen Leitplanken.

110.000 Fahrzeuge pro Tag im Westkreuz

Die Gate-Guards, für die der Landesbetrieb insgesamt 400.000 Euro investiert, ermöglichen es, den Verkehr etwa bei Unfällen in dem Autobahn-Dreieck flexibel zu steuern. In diesem Fall würden die Tore geöffnet und der Verkehr könne über die Gegenrichtung geführt werden, erklärt der Projektleiter.

Das Aufsperren der stählernen Gate-Guards nehme gerade eine Viertelstunde in Anspruch. Bei alternativen, fester verbauten Beton-Elementen in der Leitplanke für eine potentielle Öffnung der Autobahn-Mitte, die nur unwesentlich günstiger seien, dauere die Demontage rund eine Woche, sagt Witte. Ein Zeitvorsprung, auf den es im Ernstfall ankommt: „Dort fahren 110.000 Pkw täglich. Wenn es da eine Vollsperrung gibt, haben wir innerhalb kürzester Zeit 15 Kilometer Stau.“ Auch könnten Rettungswagen über die Tore schneller zu Unfallstellen gelangen.

Standard vor und hinter Tunneln

Unmittelbar vor Ein- und Ausgängen von Tunneln sei das System längst Standard, sagt Witte. In Bochum seien die Tore etwa auch vor dem Tunnel in Grumme verbaut. Auf „freier Strecke“ dagegen ist das System NRW-weit im Gegensatz zu anderen Bundesländern „noch recht einzigartig“. Ein weiteres Gate-Guard existiert allerdings bereits seit 2009 auf der A 40 auf Bochumer Stadtgebiet - in Höhe des Real-Markts in Wattenscheid. Bei Unfällen kam das bislang zwar nicht zum Einsatz. Dafür wurde der Verkehr durch das Tor umgelenkt, als dort gebaut wurde.

Update 16.10.2015: Der Landesbetrieb Straßen.NRW erklärt heute in einer Pressemitteilung, dass die Arbeiten früher beendet werden. Am Samstag, 17. Oktober, soll ab 8 Uhr die Baustelle zurückgebaut werden. Gegen 17 Uhr könnten Autofahrer dann im Westkreuz in beiden Richtungen wieder alle Fahrspuren nutzen.