Gastronomen im Bochumer Uni-Center fürchten Stromausfall

Gastronom Vincenzo Marotta (links) und Kaufmann Maurice Weis stehen in dessen Asia-Shop im Uni-Center, mit dem Schreiben des Center-Managements in der Hand. Vor ihnen zahlreiche Gefriertruhen.
Gastronom Vincenzo Marotta (links) und Kaufmann Maurice Weis stehen in dessen Asia-Shop im Uni-Center, mit dem Schreiben des Center-Managements in der Hand. Vor ihnen zahlreiche Gefriertruhen.
Foto: Dietmar Wäsche
Händlern verdirbt die Ware, wenn das Uni-Center am Sonntag für sechs Stunden ohne Strom ist. Stadtwerke müssen an veralteter Anlage arbeiten.

Querenburg. Viele Anwohner, vor allem aber die betroffenen Kaufleute im Uni-Center haben am kommenden Sonntag (27.) ein Problem: Ihnen wird in der Zeit von 4 bis voraussichtlich 10 Uhr für sechs Stunden der Saft abgedreht. Bis zu 15 Geschäfte und einige Wohnhäuser sind betroffen. Hintergrund: Die Stadtwerke müssen eine Stromstation erneuern. Eine unaufschiebbare Maßnahme. Denn andernfalls droht mit der veralteten Anlage ein wesentlich längerer Stromausfall.

Er würde plötzlich und unerwartet auftreten. Dieser jetzt bevorstehende wurde immerhin angekündigt. Allerdings sehr kurzfristig. „Am 16. November hat uns das Schreiben erreicht, dass wir uns darauf einstellen sollen, für sechs Stunden ohne Strom auskommen zu müssen“, sagt Maurice Weis, der den Asia-Shop betreibt. Absender: der neue Uni-Center-Eigentümer, die Grand City Property aus Berlin. „Nur: Wie sollen wir uns in der Kürze der Zeit darauf einstellen?“, fragt Weis.

Fisch und Fleisch für Tausende Euro lagern in Gefriertruhen

Wenn bis zum Wochenende nichts passiert, droht Maurice Weis ein finanzieller Verlust von geschätzten 4000 Euro. Er hat viele Gefriertruhen mit Lebensmitteln – Fisch, Fleisch etc. „Wird die Kühlkette unterbrochen, kann ich das alles wegschmeißen. Das wäre eine mittelschwere Katastrophe.“

Sein Nachbar Vincenzo Marotta sitzt im selben Boot. Er betreibt „Konopizza bei Marvin’s“ und lagert in seinem Kühlhaus Pilze, Meeresfrüchte und vieles mehr. Auf bis zu 5000 Euro schätzt er den Schaden, wenn seine Waren verderben. Marotta: „Versichert sind wir nicht. Wir wurden ja vorgewarnt. Bei einem plötzlichen Stromausfall wäre das etwas anderes . . .“

Händler suchten Hilfe beim Vermieter

Weis und Marotta fühlen sich von ihrem Vermieter im Stich gelassen. Versuche, Kontakt aufzunehmen, blieben ihren Angaben zufolge ergebnislos. „Die Verwaltungsgesellschaft Airport City aus Bremen, die uns Gewerbetreibende betreut, wollte sich kümmern und zum Beispiel Angebote für Generatoren einholen“, berichtet Maurice Weis. Passiert sei aber nichts. „Schön wäre gewesen, eine Beratung zu bekommen. Etwa von der Stadtwerken zu erfahren, welche Leistung wir für Generatoren benötigen“, klagt Weis.

Diesen Vorwurf weisen die Stadtwerke zurück. „Eine Beratung hat es gegeben. Die Kollegen waren am Montag vor Ort“, sagt Unternehmenssprecher Kai Krischnak, der ansonsten aber Verständnis für die Sorgen der Gastronomen zeigt. Die Stadtwerke würden allerdings schon tun, was sie können: „Wir haben die Zeit des Stromstationen-Austausches ja extra so gelegt, dass die Einschränkungen so gering wie möglich sind.“

Stadtwerke weisen auf Abstimmung mit Center-Management hin

Man habe sich eng mit dem Center-Management abgestimmt, sagt Kai Krischnak. Und das bereits Ende September. Früh genug also, um den Betroffenen im Uni-Center zeitig Bescheid zu geben.

Das Center-Management hält zwei Wochen als Vorlaufzeit für angemessen. Die zuständige Verwaltungsfirma (Verwaltungsgesellschaft Airport City), so heißt es aus Berlin, habe begonnen, „gemeinsam mit den betroffenen Gewerbemietern nach individuellen Lösungen zu suchen“. Anwohnern steht bei Problemen hinsichtlich des Stromaufalls laut Grand City Property die Hausverwaltung vor Ort zur Seite. Und die 24-Stunden-Hotline: Tel. 0800/ 646 377 200.

 
 

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