Gartenverband Westfalen-Lippe würdigt Gärtner Heinz Herker aus Bochum

Heinz Herker (li.) und sein Nachfolger Helmut Rüskamp. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Heinz Herker (li.) und sein Nachfolger Helmut Rüskamp. Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Nach 18 Jahren steht im Gartenbau-Verband Westfalen-Lippe ein Amtswechsel an. Der Bochumer Gärtner Heinz Herker (65) muss laut Satzung seine Präsidentschaft altersbedingt an seinen Nachfolger Helmut Rüskamp abtreten.

Bochum.. 18 Jahre lang war der Bochumer Gärtner Heinz Herker (65) Präsident des westfälisch-lippischen Gartenbau-Verbandes. Am Freitag gab er das Amt bei einem Festakt im Aquariumhaus des Tierparks offiziell an seinen Nachholger Helmut Rüskamp ab.

„Der Kerl ist gut drauf“, lobte ein Weggefährte von Deutschlands oberstem Gärtner. Und ein anderer sprach von einem „Powermann“. Über 100 Gäste waren am Freitagabend ins Aquarium des Bochumer Tierparks gekommen, um Heinz Herker (65), Präsident des Zentralverbands Gartenbau, von einem seiner Ämter zu verabschieden.

Weil er vor kurzem 65 Jahre alt wurde, musste er satzungsgemäß den Vorsitz beim Landesverband Gartenbau Westfalen-Lippe abgeben. Nachfolger ist der Gartenbauer Helmut Rüskamp (52) aus Dülmen. Sein Präsidentenamt auf Bundesebene behält Herker aber weiter. Er sei nicht weg vom Fenster, sagte er. „Dazu fühle ich mich zu dynamisch.“

Herker hatte immer für jeden ein offenes Ohr

18 Jahre lang hatte er offiziell die Interessen der rund 1400 Gartenbetriebe in Westfalen-Lippe vertreten. Ein Problem in dieser Zeit war vor allem ein ungleicher Wettbewerb mit Unter-Glas-Gartenunternehmen aus den Nachbarländern: Diese wurden bei den Energiepreisen erheblich besser subventioniert als die deutschen Gärtner, die viel mehr zahlen mussten. Heute sei dies schon besser, sagt Herker, aber immer noch ungleich.

Aber um Verbandspolitik ging es an diesem Festakt zwischen Haifischen und Fossilien nicht. ZDF-Moderatorin Stephi Schmidt ließ launige Kommentare von Freunden und Mitarbeitern des Chef-Gärtners zu Wort kommen: „Er lässt auch andere Meinungen gelten“, sagte jemand - fügte aber sofort hinzu: „Zumindest hört er sich die an.“ Ein anderer attestierte Herker „immer einen Faible für tolle Autos“. Als Golfer und Radrennfahrer wurde er ebenfalls genannt. Eine Mitarbeiterin meinte indes: „Wir kennen uns nicht vom Golfen, sondern vom harten Arbeiten.“

In seinem Privatgarten wächst ein 20 Meter hoher Mammutbaum

Vor 35 Jahren hatte Herker den Bochumer Gartenbetrieb seines Vaters übernommen. Bekannt war die Firma damals durch seine industriefesten Stiefmütterchen. Doch später stellte Herker schrittweise auf den Direktabsatz um. Der Stammbetrieb wurde zum Pflanzencenter umgebaut. Außerdem wurde ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb errichtet. Dieser wird heute von Herkers Sohn geführt. Beide Betriebe beschäftigen 50 Vollzeitkräfte und umfassen 13 000 Quadratmeter Betriebsfläche in Weitmar.

Herker reist viel durch die Lande. Als Präsident des Zentralverbandes Gartenbau hat er drei Dienstsitze: Bonn, Berlin und Brüssel. Mittelpunkt seines Lebens ist aber seine Heimat. Die WAZ fragte ihn, was denn die Prachtstücke in seinem eigenen Garten sind. Antwort: „Die alten Bäume, die mein Vater schon gepflanzt hatte, darunter eine Blutbuche.“ Er selbst habe einen Mammutbaum in die Erde gesetzt. Mittlerweile sei er 20 Meter hoch.

Und was ist der größte Fehler, den Hobby-Gärtner machen? „Sie meinen beim Düngen: Viel hilft viel.“ Das stimme aber nicht. Das könne die Wurzeln krank machen.

 
 

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