Freizeitbad Heveney feiert das 30-jährige Bestehen

Zur Eröffnung 1986 stiegen der Bochumer OB Heinz Eikelbeck (re.) und der Wittener Bürgermeister Friedhelm Trepper in die Fluten des Heveney-Bades.
Zur Eröffnung 1986 stiegen der Bochumer OB Heinz Eikelbeck (re.) und der Wittener Bürgermeister Friedhelm Trepper in die Fluten des Heveney-Bades.
Foto: WAZ
  • Das Freizeitbad Heveney hat in drei Jahrzehnten über zwölf Millionen Besucher angelockt
  • Damals zählte die Anlage zu den ersten „Spaßbädern“ im Ruhrgebiet
  • Gefeiert wird am Samstag mit einem bunten Jubiläumsprogramm und reduziertem Eintritt

Bochum/Witten.. Spaßbäder haben in den 80er Jahren Oberwasser. Landauf, landab tummeln sich die Menschen in wohltemperierten, meist privat betriebenen Wohlfühloasen. Anders als in den tristen städtischen Hallenbädern ist hier jeder Tag ein Warmbadetag. Saftige Preise inklusive. In Bochum wird bereits am Aquadrom am Ruhrpark gewerkelt, als am 5. Juli 1986 am Kemnader See eines der ersten kommunalen Freizeitbäder eröffnet wird: Heveney wird zum Markenzeichen für Freizeit und Erholung. Und ist es bis heute.

Einzigartig in der Region

Die Planungen hatten schon Ende der 70er Jahre begonnen. „Wir waren damals in ganz Deutschland unterwegs, um uns die ersten Spaßbäder anzusehen“, erinnert sich Volker Marquaß (72), von 1978 bis 1992 einer von seinerzeit sieben (!) Geschäftsführern der Freizeitgesellschaft Kemnade. 16,4 Millionen Mark stellten deren Gesellschafter – der Kommunalverband, die Städte Bochum und Witten und der EN-Kreis – bereit. Ein Architektenteam aus Stuttgart setzte ab 1984 um, was fortan die Massen anlocken sollte: ein Freizeitbad, wie es die Region noch nie gesehen hatte. Mit Whirlpool, Sprudeln, Gegenstromanlange, mit Außenbecken und Rutschen. Mit Innen- und Außengastronomie („Möwennest“). Mit Saunalandschaft mit drei Schwitzhütten (heute sind’s elf). Und: Mit konstant 28 Grad Wassertemperatur.

Das Aquadrom ist seit 2003 unrühmliche Vergangenheit (heute steht dort die Medi-Therme). Heveney steht noch immer unter Dampf. „Wir haben nie in Geld geschwommen. Aber das Bad hat sich immer selbst getragen“, sagt Ex-Geschäftsführer Wilfried Perner (70), unter dessen Regie das Bad vor zehn Jahren für 3,8 Millionen Euro kräftig aufgemöbelt wurde. Die lichtdurchflutete Liegehalle, das große Außenbecken, die Erweiterung der Sauna und die neue Rutsche spülten zu Spitzenzeiten eine halbe Million Besucher pro Jahr an den See. Inzwischen sind es knapp 400.000 Badegäste, die jährlich schwitzen, schwimmen, planschen. Tendenz: sinkend. „Aber gemessen an den anderen Revierbädern stehen wir gut da“, betont Perner, heute Chef der Kemnade-Wassersportschule.

12,3 Millionen Besucher seit 1986

12,3 Millionen Besucher weisen die Bilanzen seit 1986 aus. Der aktuelle Bad-Chef Thorsten Kröger vom Hauptgesellschafter RVR will der Anlage zum Geburtstag eine weitere Auffrischung verpassen. Hinter den Kulissen wurden etliche technische Modernisierungen vorgenommen. Derzeit ist die Erneuerung von WCs und Duschen geplant. Der Kinderbereich wird mit zusätzlichen Spielgeräten ausgestattet. Im Gespräch ist zudem eine geräumige „Event-Sauna“ mit Erlebnisaufgüssen. Eine wichtige Investition für Heveney: Immerhin kommt jeder zweite Besucher wegen der Sauna.

Für Badgründer Volker Marquaß fällt der Blick nach vorn optimistisch aus. „Heveney musste sich immer starker Konkurrenz stellen. Das hat das Bad in all den Jahren gut gemeistert.“ Das soll gefeiert werden: Am Samstag steigt die Jubiläumsparty mit einem bunten Mitmachprogramm (siehe Info-Kasten). Der verstaubte Begriff „Spaßbad“ kommt dann zu neuen Ehren.

 
 

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