"Frei.Wild" verlangt Unterlassungserklärung von Ruhrbaronen

Philipp Burger, Sänger der umstrittenen Band Frei.Wild, bei einer Diskussion mit Fans nach der Ausladung der Band vom Echo 2013.
Philipp Burger, Sänger der umstrittenen Band Frei.Wild, bei einer Diskussion mit Fans nach der Ausladung der Band vom Echo 2013.
Foto: Reuters
  • "Frei.Wild" verklagt das Ruhrgebiets-Blog "Ruhrbarone"
  • Die Musiker wurden als "Drecksband" und "häßlicher als 'Pur'" bezeichnet
  • Der Band aus Südtirol wird seit Jahren eine rechte Gesinnung vorgeworfen

Bochum. Die umstrittene Rockband "Frei.Wild" verlangt eine Unterlassungserklärung von einem Autoren des Ruhrgebiet-Blogs "Ruhrbarone". Die Band, der Kritiker seit vielen Jahren eine rechtsextreme Gesinnung vorwerfen, reagiert damit auf einen kritischen Bericht des Bochumer Journalisten Stefan Laurin zur Musikpreisverleihung Echo. Laurin zieht in seinem Text "Der Echo braucht Frei.Wild" über die Preisverleihung her, die "kaum mehr als die Karikatur eines Musikawards" sei. Ohne den "jährlichen Skandal um die rechten Italiener von Frei.Wild" hätte seit Jahren niemand was von diesem "belanglosen" Preis mitbekommen, schreibt Laurin und führt aus: Frei.Wild sei eine "Drecksband“, hässlicher als Pur und eine „Spackenband“.

Die Anwaltskanzlei der Band fordert die Ruhrbarone nun auf, diese Äußerungen zu löschen und künftig zu unterlassen. Doch daran denkt Stefan Laurin nicht. In einem Telefonat mit unserer Redaktion betonte Laurin: "Gerade eine Band wie Frei.Wild, die in ihren Texten auch deutliche Worte für ihre Kritiker findet, sollte nicht so ein Sensibelchen sein. Wir werden der Aufforderung zur Unterzeichnung der Unterlassungserklärung nicht nachkommen."

Antwortschreiben veröffentlicht

Bis Freitagmorgen hatten die Ruhrbarone Zeit, der Anwaltskanzlei von Frei.Wild zu antworten. Um 8 Uhr ging das Fax raus. Unmittelbar danach veröffentlichte das Blog das Antwortschreiben auch im Internet. Stefan Laurin ist der Überzeugung, dass er mit seinen Äußerungen keinen einzelnen Musiker der Band beleidigt hat, sondern nur seine "abwertende Meinung" zum Ausdruck gebracht habe. Er geht davon aus, dass das, was er geschrieben hat, vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt ist. Dennoch laufen bei den Ruhrbaronen schon die Vorbereitungen auf einen möglichen Prozess.

Sollte es nötig werden, hoffen die Macher des Blogs, dass sie die nötigen finanziellen Mittel für ein Verfahren mit Hilfe eines Benefizkonzertes einsammeln können. "Wir haben sogar schon mit den groben Planungen begonnen", so Laurin. Unterstützung erhalten die Ruhrbarone dabei auch von der Bochumer Punkband "Die Kassierer". "Sie werden unplugged spielen, mit weiteren Bands, Labels sowie Hallenbetreibern stehen wir in Verhandlungen", erklärt Laurin.

Jetzt bleibt zunächst abzuwarten, wie Frei.Wild auf das Antwortschreiben der Ruhrbarone reagiert. (sat)