Fotografien dokumentieren die Ästhetik des Verfalls

Initiator Olaf Rauch.
Initiator Olaf Rauch.
Foto: Fischer
Urb Expo-Schau wird am 31. Juli in der alten Schlegel-Verwaltung eröffnet. 21 internationale Künstler sind vertreten.

Bochum.. Der Ästhetik des Verfalls widmet sich die Foto-Ausstellung „Urb Expo“, die am Wochenende im alten Schlegel-Haus eröffnet wird. Urb Expo ist ein Kunstwort, das sich aus den Abkürzungen Urban Exploring/Stadtraum-Entdeckung und Exposition/Ausstellung zusammensetzt.

Das Konzept geht auf den Bochumer Fotografen und Multimediakünstler Olaf Rauch zurück, der von 2012 bis 2014 die ersten drei Urb Expo-Austellungen mit gutem Erfolg in der Rotunde organisierte. Weil der ehemalige Bochumer Hauptbahnhof zurzeit wegen Umbaus nicht zur Verfügung steht, wird in diesem Jahr ins Schlegel-Haus ausgewichen.

Schlegel-Haus mit Geschichte

Zentraler Bestandteil ist wiederum eine Fotografie-Werkschau, die sich mit den Thema „Lost Places“ auseinandersetzt. „Erklärtes Ziel der Ausstellung ist die künstlerische Vermittlung und Bewahrung von Orten, die -- aus welchen Gründen auch immer – ins Abseits der gesellschaftlichen Wahrnehmung gerutscht sind, obwohl sie während ihrer aktiven Zeit einen hohen Stellenwert besaßen“, sagt Rauch.

So gesehen, ist das Schlegel-Haus geradezu prädestiniert als Ausstellungsraum. Denn die große Bedeutung, die die Brauerei einst weit über Bochum hinaus hatte, ist unbestritten. Bekanntlich ist nach der Schließung der Braustätte Ende der 1980er Jahre das Gelände in zentraler Innenstadtlage komplett überplant und neu bebaut worden. Die alte Verwaltung und der Schlegel-Turm blieben stehen; hier sind heute Agenturen und Ateliers heimisch. Und nun, temporär bis zum 30. August, die Urb Expo-Schau.

Morbider Charme

Die Hauptausstellung zeigt diesmal 69 Arbeiten von 21 Foto-Künstlern aus Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz. Begleitet wird die Zentralschau durch eine Sonderpräsentation des Europäischen Architekturfotografie-Preises. Immer stehen Orte im Mittelpunkt, die von Menschen geprägt wurden, nun aber von ihnen verlassen sind, Hotellobbys, Werkhallen, Korridore.

Der Verfall wird in mal matten, mal verblüffend malerischen Farben und zum Teil pittoresken Bildausschnitten in Szene gesetzt. Dem morbiden Charme des Vergänglichen kann man sich durchaus nicht entziehen. Urb Expo wird am Freitag (31.7.) um 20 Uhr in der Christuskirche, An der Christuskirche 1, eröffnet. Nach dem offiziellen Teil kann die Foto-Ausstellung besichtigt werden. Das Schlegel-Gebäude liegt direkt gegenüber der Christuskirche.

Öffnungszeiten sind mi.-fr. 15-21 Uhr sowie sa. u. so. 12-18 Uhr. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Info www.urbexpo.eu

 
 

EURE FAVORITEN