Forschung macht Schule

Prof. Dr. Peter Drewek mit Bundesministerin Annette Schavan und dem Rektor der Ruhr Universität ,Prof. Dr. Elmar Weiler (v.l.), beim Festakt zum Start der „Professional School of Education“ an der Ruhr-Universität Bochum.
Prof. Dr. Peter Drewek mit Bundesministerin Annette Schavan und dem Rektor der Ruhr Universität ,Prof. Dr. Elmar Weiler (v.l.), beim Festakt zum Start der „Professional School of Education“ an der Ruhr-Universität Bochum.
Foto: WAZ

Bochum.  Die „Professional School of Education“ soll die Lehrerbildung an der Ruhr-Universität aufwerten. Festakt zum Start mit Bundesministerin Schavan - „Chance zur Reprofessionalisierung des Lehrerberufs“.

Glaubt man Annette Schavan, könnte es der „Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte des Lehrerberufs“ werden: Die Bundesministerin für Bildung und Forschung feierte gestern zusammen mit Bochumer Lehrenden und Studierenden den Start der „Professional School of Education“ (PSE) an der Ruhr-Universität, die sich fortan verantwortlich zeigt für die Lehrerbildung an der RUB.

Neu daran: Mehr denn je soll Lehrer(aus-)bildung unter Einbezug der Forschung funktionieren, zudem die Kooperation gestärkt werden mit Partnerschulen, um „den Blick für die Berufspraxis nicht zu verlieren“ (Schavan).

Forschung macht Schule, Schule macht Forschung. Eine Idee, die sich das Land NRW 3,25 Millionen Euro an Fördergeldern kosten lässt.

Die PSE leistet dabei vor allem die „Bündelung von Organisation und Beratung“, wie Prof. Dr. Peter Drewek, Dean (deutsch: Dekan) des jüngsten RUB-Projekts sagt. Ferner befinden sich unter den Nahzielen der PSE der Aufbau eines Lehrerpromotionskollegs und die Schaffung von sechs bis acht Juniorprofessuren bis 2013. Das „Center for Educational Studies“ als Teil der PSE ist ferner als Plattform für fachdidaktische und empirische Bildungsforschung gedacht – im Gesamtpaket laut Schavan eine „Chance zur Reprofessionalisierung des Lehrerberufs“, nachdem Lehrerbildung über „Jahrzehnte vernachlässigt wurde.“

Für die Studierenden ändert sich: zunächst wenig. Nach wie vor behalten die beteiligten Fakultäten ihre inhaltliche Autonomie, nach wie vor geht ein vorwiegend fachbezogenes Bachelor-Studium dem qualifizierenden Lehramts-Abschluss im Master of Education voraus.

Letzterer soll, so Drewek, mittelfristig jedoch einen „ganz anderen Charakter“ bekommen. An die Stelle „zum Teil anspruchsloser Kurzzeitpraktika“ soll ein verpflichtendes Praxissemester im Schul-Alltag treten.

All das sei allerdings „Pionierarbeit“, wie RUB-Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler bemerkte. Neben Bochum verfolgen nur noch die Uni Wuppertal und die TU München das PSE-Konzept, wenn auch in unterschiedlichen Spielarten. Weiler: „Bis wir wissen, was funktioniert und was nicht, sind wir auf regen Austausch angewiesen.“