Forscherin baut Sterilisator für Medizin und Raumfahrt

Herkömmliche Sterilisationsmethoden wirken nicht mehr gegen alle Erreger. Dr. Katharina Stapelmann vom Lehrstuhl Allgemeine Elektrotechnik und Plasmatechnik der Ruhr-Uni und seit dem 1. Februar neue Juniorprofessorin an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, zeigt aber, dass sich mit Plasmen jedoch auch besonders hartnäckige Bakterienstämme abtöten lassen.

Sie hat einen eigenen Sterilisator entwickelt, der sich speziell eignet, um medizinisches Besteck materialschonend, aber effizient von Keimen zu befreien. Wie das Wissenschaftsmagazin der RUB „RUBIN“ berichtet, ist das Verfahren auch für die Raumfahrt interessant.

Die Sterilisationskammer konzipierte Stapelmann als Schublade im DIN-A4-Format, in die die Standardtabletts für medizinisches Besteck hineinpassen. Sie könnte auch als Sterilcontainer dienen. „Man legt zum Beispiel ein Set für eine Blinddarm-OP in das Gerät ein, sterilisiert und kann den verschlossenen Container dann im Schrank bis zur OP lagern“, sagt die Forscherin. Gegenüber herkömmlichen Verfahren ist die Plasmasterilisation energiesparender, schneller und benötigt keine gefährliche Strahlung oder krebserregende Chemikalien.

Anders als Autoklaven, die mit feuchter Hitze arbeiten, ist das Verfahren auch für Kunststoffteile geeignet und schont metallische Gegenstände, die im Autoklaven schnell stumpf werden. Ein Prototyp des Sterilisators existiert bereits. Was nun noch fehlt, ist ein Industriepartner, der das Produkt zur Marktreife bringt.

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