Flüchtlingsprotest vor dem Rathaus hat etwas gebracht

Tareq Alaows (r.) aus Syrien, der Organisator der Demonstration, geht nicht davon aus, dass das Protestcamp am Mittwoch endet.
Tareq Alaows (r.) aus Syrien, der Organisator der Demonstration, geht nicht davon aus, dass das Protestcamp am Mittwoch endet.
Foto: Caroline Seidel
Die Stadt Bochum hofft auf eine schnellere Bearbeitung von Asylverfahren. Gespräche mit der Außenstelle des Bamf seien vielversprechend verlaufen.

Bochum.. Seit eineinhalb Wochen protestieren 30 Flüchtlinge Tag und Nacht vor dem Rathaus. Sie fordern eine schnellere Bearbeitung ihrer Asylanträge, warten teilweise schon bis zu sechs Monate darauf. Ihr Protest hat sich gelohnt, hat etwas gebracht.

Dirk Hagebölling, Leiter der Stabsstelle zur Koordinierung der Flüchtlingsarbeit, geht davon aus, dass die Flüchtlinge maximal bis kommenden Mittwoch vor dem Rathaus bleiben werden. „Dann werden wir erneut mit ihnen das Gespräch suchen. Dabei wird es darum gehen, dass die Notwendigkeit für ein Protestcamp nicht mehr gegeben ist.“

Gespräche zwischen Stadt Bochum und Bamf

Grund dafür sind die Gespräche von Freitag zwischen Vertretern des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und Vertretern der Stadt, an ihrer Spitze OB Thomas Eiskirch (SPD). Es sei ein sehr konstruktives Gespräch gewesen, sagte Hagebölling. „Wir haben die Probleme analysiert und haben zudem versucht, Störquellen auszuschließen.“ Darüber hinaus habe es Lösungsvorschläge gegeben, wie Asylanträge von in Bochum lebenden Flüchtlingen zukünftig schneller bearbeitet werden könnten.

Noch im April werde es fünf Termine geben, an denen ein Bus mit Flüchtlingen aus Bochum zur BAMF-Außenstelle Dortmund fahren wird, um dort die Asylanträge der 200 Flüchtlinge abzugeben, die in Bochum am längsten auf die Erstregistrierung warten. Weiterhin sei geplant, dass das BAMF Dortmund im Mai eine Außenstelle in Bochum einrichtet. „Und dadurch, dass dem Bundesamt mehr Personal zugeteilt wird, werden sich die Verfahren ohnehin beschleunigen und somit der Zugang zu Sprach- und Integrationskursen kürzer“, sagte Hagebölling.

Derweil kam es am Freitagnachmittag zu einer Kundgebung am Rathaus. Per Facebook hatten die Flüchtlinge alle Sympathisanten und Unterstützer dazu eingeladen. Vor rund 300 Teilnehmern bekräftigte Sprecher Tareq Alaows die Forderungen, von denen bislang „keine einzige erfüllt wurde“. Gegenüber der WAZ ließ Alaows offen, wie lange die Flüchtlinge in dem Protestcamp ausharren. „Wir setzen uns keine Frist – auch nicht bis Mittwoch.“

 
 

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