Flüchtlinge in Bochum weigern sich weiter umzuziehen

Rund 50 Flüchtlinge wollen nicht von einer in die nächste Sammelunterkunft geschickt werden, sondern in Wohnungen umziehen oder zumindest in Räumlichkeiten, in denen sie mehr Privatsphäre haben.
Rund 50 Flüchtlinge wollen nicht von einer in die nächste Sammelunterkunft geschickt werden, sondern in Wohnungen umziehen oder zumindest in Räumlichkeiten, in denen sie mehr Privatsphäre haben.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Am Freitag herrschte Stillstand im Streit um die Aslyunterkunft. Indes mahnt die CDU Konsequenz an, wenn keine Lösung gefunden wird.

Bochum. Auch am Freitag weigerten sich die 50 Flüchtlinge in der Turnhalle an der Hans-Böckler-Straße, wie von der Stadt gefordert in die Leichtbauhallen an der Kollegstraße umzuziehen. Die Männer wollen Wohnungen mit der Möglichkeit zur Selbstversorgung haben. Stadt-Mitarbeiter versuchten zwar zum dritten Mal, den Umzug schmackhaft zu machen, aber wieder ohne Erfolg.

Die CDU fordert von der Stadtspitze ein „konsequentes Handeln“. Man habe zwar „Verständnis für die schwierige Situation der zu uns geflüchteten Menschen“, dürfe aber „nicht außer Acht lassen, dass Bochum diesen Menschen völlig unbürokratisch und in einer Hau-Ruck-Aktion Unterkünfte bereit gestellt hat“.

Besetzungen könnten nicht geduldet werden

Die CDU erinnert auch an die anderen Hilfen, auch sehr vieler Ehrenamtlicher. „Aber Integration ist keine Einbahnstraße. Es muss selbstverständlich sein, dass die Flüchtlinge das Ihrige dazu beitragen. Besetzungen von Turnhallen oder anderer Flüchtlingsunterkünfte können nicht geduldet werden. Die jungen Männer, die die Querenburger Straße besetzen, erweisen sich und den tausenden geflohenen Menschen, die sich redlich bemühen, in unserer Gesellschaft Fuß zu fassen, einen Bärendienst.“ Stadtdirektor Michael Townsend müsse „ohne weitere Zugeständnisse von seinem Hausrecht Gebrauch machen“, soweit es nicht kurzfristig zur freiwilligen Räumung komme.

Die Medizinische Flüchtlingshilfe appelliert indes „für eine gewaltfreie und gerechte Lösung des Konflikts“. Man habe „Verständnis für das Anliegen der Stadt, die Turnhallen in den regulären Betrieb zurückzuführen. „Aber eskalierende Schritte wie Räumungsdrohungen sind kontraproduktiv und sollten unterlassen werden.“

 
 

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