Firma Picard kehrt zurück nach Bochum

Die Picard-Geschäftsführer Hans-Martin Reinhardt (li.) und Marc Picard auf dem neuen Firmengelände. Foto: Udo Kreikenbohm
Die Picard-Geschäftsführer Hans-Martin Reinhardt (li.) und Marc Picard auf dem neuen Firmengelände. Foto: Udo Kreikenbohm
Foto: WAZ FotoPool

Bochum. Der Gewerbepark Hiltrop nimmt Gestalt an. Auf dem ehemaligen Zechengelände Lothringen IV sollen demnächst zahlreiche Firmen und Betriebe heimisch werden. Als erstes Unternehmen zieht es die Firma Picard in den Bochumer Norden.

„Das Potenzial dieses Gewerbeparks ist riesig“, meint Paul Aschenbrenner, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR), die das etwa 20 Hektar große Gelände im Auftrag der Stadt aufwändig saniert und erschlossen hat. Kosten: über 100 Millionen Euro. Von den rund 76.000 Quadratmetern Gewerbefläche stehen noch etwa 51.000 für Käufer zur Verfügung. „Wir rechnen mit 1500 bis 2500 Arbeitsplätzen, die es hier in den nächsten fünf bis zehn Jahren geben wird“, so Aschenbrenner.

Mit gutem Beispiel voran geht die Firma Picard. Das Bochumer Unternehmen, das in den letzten 20 Jahren in Witten zu Hause war, wird als erste Firma in den neuen Gewerbepark einziehen. Picard verbindet mit der Stadt eine jahrzehntelange Geschichte: Das Großhandelsunternehmen für Wälzlager (also Kugel- und Rollenlager) ist im Jahr 1922 in Bochum gegründet worden – und seither mehrmals umgezogen: von der Hattinger Straße über die Pieperstraße bis zur Herner Straße nahe der A 40.

Mehrere Standorte

Im Jahr 1990 wechselte Picard nach Witten. Von dort kehrt das Unternehmen zu Ostern 2012 in die alte Heimat zurück, um die betrieblichen Kapazitäten mehr als verdoppeln zu können, erzählt Geschäftsführer Marc Picard. „Der Gewerbepark Hiltrop kann sich bald auf 80 Picard-Mitarbeiter aus 17 Nationen freuen“, sagt er. Dafür investiert die Firma in Hiltrop rund zwölf Millionen Euro.

Zum Spatenstich versammelte sich am Montagvormittag allerlei Prominenz aus der Bochumer Lokalpolitik auf dem Gelände – darunter auch Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, die von Picards Engagement in der Stadt begeistert ist.

Noch jede Menge Arbeit

„Dies ist ein Bochumer Traditionsunternehmen, das sich hier vor Ort verantwortlich fühlt und nicht plötzlich in die weite Welt abdriftet“, sagt Scholz mit Seitenhieb auf den noch immer bitteren Abgang von Nokia im Jahr 2008. „Durch ein Unternehmen wie Picard wird klar: Bochum hat einen soliden Mittelstand, auf den wir bauen können.“

Bis zum Einzug im kommenden Jahr wird jedoch noch eine Menge Arbeit auf die Picard-Mitarbeiter warten. Es gilt, insgesamt 1150 Tonnen Ware nach Bochum zu karren. Auf einer Fläche von über 6000 Quadratmetern wird sich Picard im neuen Gewerbepark Hiltrop ausbreiten.

 
 

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