Feuerwehr in Bochum-Querenburg geht neue Wege

Kerstin Born serviert ihrer Truppe Brötchen. Ausnahmsweise. Sonst wird meistens „richtig“ gekocht.
Kerstin Born serviert ihrer Truppe Brötchen. Ausnahmsweise. Sonst wird meistens „richtig“ gekocht.
Foto: Dietmar Wäsche
Neben den Löschzug-Freiwilligen gibt es jetzt auch „Mitglieder für besondere Aufgaben“ – etwa Kochen oder Reparieren. Wie in Querenburg.

Querenburg.  Die Aufgaben der Feuerwehr sind klar umrissen: Retten, Löschen, Bergen, Schützen. Das Tätigskeits-Spektrum der Blauröcke kann sich nun aber beliebig erweitern. Denn es gibt ein neues Konzept, mit dem die Feuerwehr Ehrenamtler anlocken will, die gerne helfen möchten, dies aber nicht unbedingt als Feuerwehrmann beziehungsweise -frau. Um auch jenen eine Möglichkeit zu geben, sich einzubringen, kann man seit Neuestem „Mitglied für besondere Aufgaben“ werden. Stadtweit gibt es vier von ihnen, zwei allein in Querenburg.

Kerstin Born kommt – wenn es ihr Schichtdienst als Krankenschwester zulässt – Dienstagabends extra aus Herne zum Übungsabend in den Bochumer Süden, um „ihre“ Truppe zu bekochen. Und das mit großer Freude. „Ich koche einfach gern“, sagt die Frohnatur, die mit ihrem lebendigen Naturell allein schon durch ihre Anwesenheit für gute Stimmung in der Belegschaft sorgt. Doch ihre Küche kommt ebenfalls gut an. „Sie kocht echt abwechslungsreich und einfach lecker“, lobt Löscheinheitsführer Bernard Schwarze. „Wenn wir von der Übung zurückkommen und es duftet in der Fahrzeughalle schon nach Essen – einfach herrlich“, schwärmt er.

Für Bernard Schwarze ist der Einsatz der Hobby-Köchin eine „Win-Win-Situation“: „Die Kerstin kocht gerne, wir essen gerne.“ Am liebsten was mit Fleisch, Chili con Carne etwa. Und gerne scharf. Für Kerstin Born kein Problem. Die 34-Jährige kocht auf Wunsch, probiert aber auch gerne mal was aus. Und so gibt es zwischendurch Pizzasuppe, Flammkuchen und – ja, ja – sogar Salat. „Und der war hinterher komplett weg“, freut sie sich, dass auch gesunde Kost ankommt.

Klempner ist schneller als die Stadt

Mit den Portionen ist das immer so eine Sache. „Mal kommen zehn zur Übung, mal mehr als 20“, weiß Kerstin Born und kocht meist zuviel. Weggeschmissen wird aber nichts. Man kann ja „tuppern“.

Sein handwerkliches Geschick bringt Mirko Straube, das zweite „Mitglied für besondere Aufgaben“, ein. Auch er ist kein Feuerwehrmann. Dafür übernimmt der Klempner Reparaturen und installiert beispielsweise eine Stiefelwaschanlage für den Löschzug. „Wenn ich der Stadt einen Schaden melde, zieht es sich hin. Rufe ich den Mirko, ist das Problem zeitnah behoben“, nutzt Bernard Schwarze aus gutem Grund am liebsten den „kurzen Dienstweg“.

Mirko Straube aus Gevelsberg gehört der Freiwilligen Feuerwehr schon seit 2008 an und hat damals auch beim Anbau geholfen. Gut, dass dem 48-Jährigen dabei nichts passiert ist. Denn erst jetzt, da das Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) auch eine andere Form der Mitgliedschaft zulässt, ist er auch versichert. „Ein ganz wichtiger Aspekt“, sagt Bernard Schwarze, der nun auf weitere „andere“ Freiwillige hofft, die sich seiner Einheit anschließen. „Ob Schlosser oder Kfz-Mechaniker – bei uns ist jeder willkommen.“ Die Verpflegung ist ja auch „gesichert“.

 
 

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