Feuerwehr Bochum informiert via App über Großlagen

Feuerwehrmann Dennis Meißner (25) hat die Notfall-App „Nina“ natürlich schon auf seinem Mobilfunkgerät geladen
Feuerwehrmann Dennis Meißner (25) hat die Notfall-App „Nina“ natürlich schon auf seinem Mobilfunkgerät geladen
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
  • Feuerwehr Bochum hat am Mittwoch die Notfall-App „Nina“ freigeschaltet
  • Mit ihr kann sie über Brände, Bombenentschärfungen, Unfälle und Gefahrensituationen informieren
  • App kann einfach und kostenlos heruntergeladen werden

Bochum. Knapp drei Jahre ist es her, als dicke schwarze Rauchwolken über Riemke aufstiegen und Richtung Westen zogen. Weit über den Stadtteil hinaus fragten sich besorgte Bürger damals, was geschehen war und ob sie einer Gefahr ausgesetzt sind. Der Brand zweier Lagerhallen des Müllentsorgers AGR-DAR auf dem früheren Kost-Gelände hatte zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. Über Radio und Internet informierte sie und empfahl geeignete Maßnahmen. Schneller und besser wäre das noch gelungen, hätte es damals schon „Nina“ gegeben, die kostenlose Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes.

Deutsche Wetterdienst nutzt App zur Warnung bei Starkregen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) nutzen die App zur Warnung der Bevölkerung, etwa wenn Starkregen und Stürme aufziehen oder Überschwemmungen drohen. Seit gestern dient sie auch der Bochumer Feuerwehr zur Alarmierung, sollte ein Brand, die Bergung einer Weltkriegsbombe oder ein Unfall erfordern, die Bevölkerung zu informieren. „Wir haben sie heute scharf geschaltet“, sagte Stefan Lieber, Abteilungsleiter Operativer Dienst, am Mittwoch bei der Vorstellung der App in der Hauptfeuer- und Rettungswache in Werne. Von dort wird „Nina“ über das modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) mit den lokalen Informationen gefüttert, wie Andreas Wrobel erklärt, der bei der Feuerwehr für die Organisation des Einsatzdienstes zuständig ist.

„Wir sind froh, dass wir damit eine zeitgemäße Möglichkeit haben, um zu informieren“, sagt Stefan Lieber über die „Sirene in der Hosentasche“, wie er die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelte App scherzhaft nennt.

Zumal die in der Vergangenheit effektivste Alarmierungsmöglichkeit für Kommunen, die Sirenen auf öffentlichen Gebäuden, nach dem Mauerfall auch in Bochum abgebaut wurden. Während Duisburg deren Wiederaufbau bereits angegangen ist und Städte wie Dortmund, Essen und Herne ihn beschlossen haben, wird in Bochum nächstes Jahr erst einmal ein Konzept dazu ausgearbeitet.

Kostenloser Download auf das Smartphone

Umso besser ist es aus Sicht der Feuerwehr, ein effektives „Alarm-Tool“, so Stefan Lieber, zu haben. Nutzer können sich „Nina“ einfach und kostenlos auf ihr Smartphone herunterladen und über die Einstellungen besondere Spezifikationen festlegen.

Möglich ist etwa, den Alarm-Dienst für mehrere Städte – Wohnort, Arbeitsort, Urlaubsort und andere – in Anspruch zu nehmen. Wichtig sei vor allem, so Andreas Wrobel, dass die Feuerwehr mit der App nicht nur die Möglichkeit habe, zeitnah zu informieren, sondern auch Handlungsanweisungen zu geben.

Zu detailliert werden diese Infos aber nicht sein. Dazu würden andere Kanäle, Radio oder Internet (www.notfallinfo-bochum.de) genutzt, um etwa im Falle einer Evakuierung rund um einen Bombenfund die betroffenen Straßen aufzulisten. „Und natürlich informieren wir über die App, wenn eine Notsituation wieder beendet ist.“

 
 

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