Festival bringt neue Blicke aus dem Ruhrgebiet ins Kino

Wettbewerbsbeitrag: „Wie ich lernte die Zahlen zu lieben“ von Oliver Sechting.
Wettbewerbsbeitrag: „Wie ich lernte die Zahlen zu lieben“ von Oliver Sechting.
Foto: Verleih
Das „Filmfestival des Ruhrgebiets“ im Bochumer Endstation Kino beginnt am Mittwoch (19.11.) mit seiner 22. Ausgabe. Selten waren die Perspektiven auf die Region vielfältiger. Stark sind vor allem Animationsfilme vertreten. Auch ein seltener Stummfilm mit Asta Nielsen in Wanne ist zu sehen.

Bochum. 34 Filme sind im Kino des Kulturbahnhofs zu sehen, doch eine eindeutige Tendenz sei in ihnen nicht auszumachen. Das sagt Festival-Leiterin Gabi Hinderberger über die Beiträge, die von heute, Mittwoch, bis Sonntag über die Leinwand in Langendreer flimmern. 29 Wettbewerbsfilme sind darunter, die um drei Preise á 1500 Euro konkurrieren: den Dokumentarfilmpreis Ruhr, den Fiktionsfilmpreis Ruhr und den Preis für experimentelle Kunst und Animation Ruhr.

Das Blicke-Filmfestival hat sich dabei ein wenig neu formiert. Diese Ausgabe beginnt bereits am heutigen Mittwoch, die Preisverleihung wird auf Samstag vorverlegt, eine gemütliche Matinee mit Siegerfilmen und Frühstück schließt sich am Sonntag früh (ab 10, Siegerfilme ab 11 Uhr, Eintritt frei) an. So ist es besser für auswärtige Gäste.

Und die gehören schließlich zum Wettbewerb dazu. Denn eingeladen sind traditionell Beiträge über das Ruhrgebiet oder aber von Leuten, die hier geboren oder ausgebildet wurden. So kommen in diesem Jahr sogar Regisseurinnen aus Brooklyn (Assal Ghawami, hat Medienwissenschaften in Bochum studiert und arbeitet für ARD und WDR) und Genf (Janis Schroeder wurde 1986 in Herne geboren( nach Bochum zu dem Filmfestival, das seine familiäre Atmosphäre nie verleugnet hat.

Grusel-Trickfilm für Kids

Enorm wichtig ist den Festival weiterhin die Arbeit mit Kindern. So entstanden ein Grusel-Trickfilm in einem Workshop mit den PowerPiraten, ein Abenteuerfilm mit der Willy-Brandt-Schule und einige Festival-Trailer durch die Hibernia-Schule in Herne. Und auch während des Festivals gibt es nett präsentierte Kinderprogramme für Kindergärten und Schulklassen.

Ob diese die Zukunft des Kinos sind, oder ob dieser magische Ort überhaupt eine hat, angesichts der Allgegenwart bewegter Bilder das ist auch eine Frage, die ein Programmpunkt am Samstag (22.11., 17 Uhr) aufwirft. Hier treffen die FH Dortmund und die Folkwang-Universität Essen aufeinander und zeigen Arbeiten ihrer Studierenden und diskutieren anschließend über die ungewisse Zukunft des professionellen künstlerischen Bewegtbildes.

Höhepunkt mit Asta Nielsen

Ein Höhepunkt außerhalb des Wettbewerbs ist sicherlich die Projektion des Stummfilms „S1“ von 1913. Damals bekam im August der Flugplatz Wanne-Herten Besuch von Asta Nielsen. Die Filmdiva drehte einen Film und mit dem Luftschiff „Charlotte“ eine Runde über das Ruhrgebiet. Im November 1913 feierte „S1“ Premiere in der Lichtburg Essen, diesmal ist der Film, der bis in die 90er als verschollen galt, Freitag (21.11., 19.30 Uhr) mit Live-Musik-Begleitung durch „DASQuartett“ zu sehen.

 
 

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