Fantastische Reise nach Lummerland

Als Päckchen kommt Jim Knopf nach Lummerland: Der Postbote, Frau Waas, König Alfons und Herr Ärmel wunden sich.
Als Päckchen kommt Jim Knopf nach Lummerland: Der Postbote, Frau Waas, König Alfons und Herr Ärmel wunden sich.

Bochum..  Die Premiere des Kinder- und Jugendstücks „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ im Schauspielhaus war ein voller Erfolg - nimmt man den johlenden Applaus zum Maßstab. Der große Saal war mindestens zur Hälfte mit Kindern gefüllt. Und die müssen es ja schließlich wissen!

Dieses Jahr feiert „Jim Knopf“ 50. Geburtstag, aber weder das Buch, noch dessen liebenswerte Figuren sind seitdem gealtert. Sie verzaubern seit Generationen die Kinder (und Erwachsenen!) in aller Welt; für nicht wenige sind die Lok Emma, Jim, Lukas, Frau Waas, König Alfons der Viertelvorzwölfte, Frau Malzahn und Prinzessin Li Si längst gute, alte Bekannte.

Spannung wird hochgehalten

Sie alle erwachen in der Inszenierung von Katja Lauken zum Leben. Das Stück hebt an mit der bekannten Geschichte, dass Frau Waas auf der Insel Lummerland ein Paket bekommt, in dem der kleine Jim Knopf liegt. Dass die Adresse gar nicht stimmte, nicht die gutmütig-liebevolle Frau Waas der Adressat war, sondern der böse Drache Frau Malzahn kommt erst später heraus – bis dahin müssen sich Jim Knopf und Lukas auf ihre Reise übers Meer begeben, die sie bis nach China führt.

Es fällt schwer, zu schildern, wie kongenial Laukens Inszenierung sich den Stoff aneignet. Story und Dialoge sind stark gestrafft, aber die Geschichte bleibt natürlich dieselbe. Mit sprühenden Einfällen wird die Spannung hochgehalten.

„Eine Insel mit zwei Bergen“

In der mal märchenhaften, mal schaurigen Kulisse von Kathrine von Hellermann (in der Drachenstadt dampft es, qualmt es, lodert Feuer…) entfalten sich viele schöne Einfälle wie die papierenen Blütenblätter, die vom Bühnenhimmel regnen, die geschäftig hastenden Chinesen oder die großmäulige Drachenpolizei. Auch die dicke Lok Emma ist eine Wucht!

Dem gelungenen äußeren Eindruck stehen die Schauspieler/innen in nichts nach. Sie werfen sich mit Herzblut in ihre Rollen, wobei vielleicht Jürgen Hartmann als Lukas und Anke Zillich sowohl als nette Frau Waas als auch als gruselige Frau Malzahn noch herausstechen. Eine ganz eigenen Akzent setzt die Figurenspielerin Julia Giesbert, die nicht nur das Baby Ping Pong „spielt“, sondern auch zwei Aasgeier, die in der Wüste Herbert Grönemeyer intonieren!

Am Ende wird dann wieder gesungen: Die Bühnenschar stimmt mit dem kleinen und großen Zuschauern den Klassiker „Ein Insel mit zwei Bergen an“. Der Rest ist Applaus. Großer Applaus.

 
 

EURE FAVORITEN