Fan des VfL Bochum besitzt 435 Trikots

Mehr als nur ein Trikot: Für Bernd Kreienbaum steckt in jedem Trikot Geschichte. Alle Sammlerstücke von Kreienbaum kann sehen unter
Mehr als nur ein Trikot: Für Bernd Kreienbaum steckt in jedem Trikot Geschichte. Alle Sammlerstücke von Kreienbaum kann sehen unter
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Bernd Kreienbaum sammelt seit 15 Jahren Spielertrikots des Bochumer Fußballvereins. Die Hemdensind für ihn Relikte aus sechs blau-weißen Jahrzehnten.

Bochum.. Von seiner Frau hat Bernd Kreienbaum die gelbe Karte bekommen. Weil seine Trikot-Sammlung aus den Nähten platzt, wollte der Bochumer einen weiteren Schrank in der Garage okkupieren. Da gab’s die Verwarnung. 435 VfL-Trikots sind mittlerweile in seinem Besitz – nicht genug. „Mein Traum ist ein Retro-Trikot aus der Oberliga-Zeit. Ich habe immer gesagt, dann würde ich aufhören.“ Die Suche nach dem heiligen Gral geht weiter. Geschichten, Mythen und Legenden hat der 56-Jährige bereits gefunden.

Nichts mutet vor der Haustür an, als würde im Innern ein Trikot-Chronist leben. Lustige Sommer-Dekorationen schmücken die Pforte, ein stinknormaler Baumarkt-Briefkasten hängt daneben. Kreienbaum macht auf, ohne VfL-Insignien, in einem simplen T-Shirt. Im lauschigen Wohnzimmer gibt es Kaffee aus einer A40-Tasse, Aufschrift: „Alles andere ist auch scheiße.“ Das VfL-Paradies verbirgt sich in einer unscheinbaren Garage. Von den 60ern bis heute besitzt Kreienbaum aus jeder Saison mindestens ein Spielertrikot.

1968 zum ersten Mal im Stadion

Als Werner Balte beim 2:0 im Pokalhalbfinale ‘68 gegen die Bayern traf, stand der heute 56-jährige Familienvater das erste Mal auf der Tribüne. Das blaue Hemd mit Baltes Nr. 11 hängt jetzt im Schrank. Genauso wie das Torwarttrikot von Udo Maslo aus der Saison 67/68. Nur zweimal kam der Ersatzkeeper zum Einsatz, aber selbst das wirkt in dem dichten orangenen Baumwollstoff unvorstellbar. Kreienbaums ältestes stammt vermutlich aus der Saison 59/60. Nach eineinhalb Jahren hatte Kreienbaum den ehemaligen VfL-Spieler und Besitzer des Trikots, Dieter Versen, breitgeschlagen. Die original Schnürbänder sind drin.

Wassermanns Hörner

Über allem thront eine gewaltige Kopfbedeckung mit blau-weißen Hörnern. Getragen von einem gewissen Wassermann. „Der war der größte Schläger der Fan-Geschichte“, erzählt Kreienbaum. Der VfL-Fan soll mal mit seiner selbstgemachten Mütze in eine Schalker Fan-Horde gelaufen sein. Der Legende nach rannten sie erschrocken weg. Kreienbaum bekam die Mütze nach Wassermanns Tod geschenkt.

Auch zahlreiche Legenden-Hemden hat der Sammler geschenkt bekommen. „Sie wissen, dass die Trikots in guten Händen sind“, glaubt der Trikot-Jäger. Dabei mochte er früher keine Leibchen tragen: „Als Linker hat man schnell einen abschätzigen Blick bekommen.“ 2000 besuchte Kreienbaum die Ausstellung „Der Ball ist rund“ und knipste für einen Freund Liebhaber-Stücke. Die Geschichte dahinter faszinierte ihn. Im Sommer darauf erstand er auf einem VfL-Flohmarkt sein erstes Trikot, 2007 hatte er bereits 90 Stück. Nur getragene Spielertrikots, denn die haben „Geschichte in den Klamotten“.

Vielleicht kann Kreienbaum, der mittlerweile ein umfassendes Foto-Archiv aufgebaut hat, eine Ausstellung auf die Beine stellen. Weiter sammeln wird er auf jeden Fall: „Ein bisschen verrückt bin ich schon.“

 
 

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