Fahrleitungen vereist: Massive Verspätungen bei Bogestra

Michael Weeke
In Bochum kommt es am Montagmorgen zu erheblichen Störungen im Straßenbahnverkehr.
In Bochum kommt es am Montagmorgen zu erheblichen Störungen im Straßenbahnverkehr.
Foto: Olaf Ziegler
  • Im Bochumer Straßenbahnverkehr kam es am Montagmorgen zu massiven Verspätungen
  • Der Grund: In der Nacht zu Montag hatte es geregnet, das Wasser gefror auf den Fahrleitungen
  • Demnächst werden auch nachts Bahnen unterwegs sein, um die Leitungen frei zu halten

Bochum. Zu massiven Verspätungen im Bochumer Straßenbahnverkehr führte die erste richtige Frostnacht des Jahres. Auf allen Straßenbahnlinien, so die Bogestra, stockten die Bahnen von Betriebsbeginn um 4 Uhr an immer wieder. Auf WAZ-Anfrage erläuterte Bogestra-Sprecherin Sandra Bruns die Ursache: „In der Nacht zum Montag hatte es geregnet. Dadurch waren die Fahrleitungen vereist.“

Bereits am frühen Montagmorgen reagierte die Leitstelle der Bogestra und verbreitete eine Meldung über Verspätungen und technische Störungen. Dabei war nicht der Frost – nachts lagen die Temperaturen im Raum Bochum bei etwa fünf Grad unter dem Gefrierpunkt – das eigentliche Problem, sondern vielmehr die Kombination mit dem Regen.

Geschlossene Eisschicht auf den Fahrdrähten der Bogestra

Das Wasser gefror an den Fahrdrähten und bildete eine geschlossene Schicht, die den Strom nur sehr schlecht leitet. „Unsere Bahnen werten dies automatisch als Störung und schalten sich schlicht ab“, so Bruns.

Die Fahrer müssen sie dann manuell wieder starten. Wie die Bogestra erläutert, schalte sich eine moderne Straßenbahn jedoch nach mehrmaligem An- und wieder Ausschalten komplett ab. „Das ist im Grunde für den Fahrgast gut, denn die Sicherheit hat im Betrieb stets absoluten Vorrang“, erklärt die Sprecherin.

Nachteil dieses automatischen Sicherheits-Verfahrens: Es kam zu empfindlichen Rückstaus. Da sich die Verspätungen zum Teil immer weiter summierten, waren etliche Bahnen gerade zur Stoßzeit im Berufsverkehr zum Wochenanfang davon betroffen.

Werkstattwagen der Bogestra mussten ausrücken

In einigen Fällen mussten sogar die orangenen Werkstattwagen der Bogestra ausrücken, da die Fahrer allein nicht mehr in der Lage waren, ihre Straßenbahnen in Betrieb zu bringen. Eine Geduldsprobe vor allem für viele Beschäftigte und die Schüler, die zu dieser Zeit zu Tausenden die Bahnen nutzen.

Trotzdem gibt das Verkehrsunternehmen Entwarnung. Bis etwa 9 Uhr morgens sei es gelungen, wieder nach Fahrplan unterwegs zu sein.

Wenn Frost, Schnee oder gefrierende Nässe vorhersehbar sei, arbeite die Bogestra anders: Dann sind auch nachts zwischen 0 und 4 Uhr früh Bahnen unterwegs: Allerdings ohne Fahrgäste. Denn ihre einzige Aufgabe sei es, Schnee von den Gleisen zu räumen und auch die Fahrdrähte „blank“ zu bekommen. In der vergangenen Nacht sei dies jedoch nicht geschehen, weil der Regen zu plötzlich gekommen sei.