Ex-Bezirksbürgermeister Norbert Busche ist gestorben

Sabine Vogt
Norbert Busche bei seiner offiziellen Abschiedsfeier als Bezirksbürgermeister 2014. OB Ottilie Scholz schenkte ihm eine Kuhhirten-Skulptur.
Norbert Busche bei seiner offiziellen Abschiedsfeier als Bezirksbürgermeister 2014. OB Ottilie Scholz schenkte ihm eine Kuhhirten-Skulptur.
Foto: WAZ
SPD-Politiker Norbert Busche verstarb unerwartet. 30 Jahre war er Bezirksbürgermeister. Sonntag sollte er für 50 Jahre in der Partei geehrt werden.

Bochum. Gänzlich überraschend für Familie, Freunde und politische Wegbegleiter verstarb Norbert Busche (SPD) im Alter von 69 Jahren am vergangenen Donnerstag. 30 Jahre lang war er Bezirksbürgermeister im Bochumer Osten, 39 Jahre lang als Bezirksvertreter aktiv. Nach der Kommunalwahl 2014 hatte er sich aus der Kommunalpolitik zurückgezogen. Seine Tochter Andrea Busche trat in Vaters Fußstapfen als Bezirksbürgermeisterin.

Sozialdemokraten alten Schlages

Norbert Busche steht für die Sozialdemokraten alten Schlages. Für sein politisches Engagement stellte er vieles zurück, versuchte, das Ehrenamt mit seinem Beruf in der IT-Abteilung bei Krupp zu vereinbaren. Sein Motto: „Ehrlich währt am längsten.“ Schon 1984 führte er die Bürgersprechstunde ein. In seiner aktiven Zeit entwickelte er das Konzept der Freizeitgebiete wie Ümminger See oder Volkspark Langendreer mit. Lange Jahre leitete er den Runden Tisch gegen Rechts, setzte sich für eine lebendige Vereinsstruktur im Osten ein. Auch die Verlängerung der 310 nach Langendreer lang ihm am Herzen. Geboren in Haaren/Büren, lebte er mit Ehefrau Rosemarie in Langendreerholz.

SPD-Bezirksvertreter Wolfgang Heinemann gehört zu den längsten Weggefährten Busches, beide kamen zur Kommunalreform 1975 in den Bezirk. Er hatte ihn zuletzt bei der Stadtteilkonferenz „Langendreer hat’s“ vor drei Wochen gesprochen: „Er hatte sich zuvor einem Eingriff unterziehen müssen, doch es war nichts Ernstes; er war optimistisch.“ Bis 1979 war Heinemann SPD-Sprecher im Bezirk – es gab noch keine Fraktionen, dann wurde er Bezirksvorsteher als Nachfolger von Ernst-Otto Stüber. Fünf Jahre später wollte er erneut kandidieren, unterlag aber parteiintern Norbert Busche.

„Trotz der Konkurrenz haben wir uns immer gut verstanden, er war mir ein guter Freund. Ein Typ mit Ecken und Kanten und ausgeprägte Persönlichkeit.“ Insbesondere sein Hang zur Marine (Busche war Seemann gewesen) habe auch seinen besonderen Humor ausgemacht, „ähnlich wie Prinz Philip“.

Heinemann beschreibt Norbert Busche als „unglaublich hilfsbereit und an Engagement nicht zu übertreffen“. Er sei es auch gewesen, der die wachsende Bedeutung des Amtes wie kein anderer gestaltet habe, denn in den Anfängen waren die Bezirke lediglich beratende Gremien, „ohne vom Rat wirklich ernst genommen zu werden“.

50 Jahre Parteizugehörigkeit

Stadtbezirksvorsitzende Carina Gödecke betont: „Wir sind alle fassungslos. Die SPD-Ost ist ihm ganz besonders zu Dank verpflichtet, er ist eines der prägenden Gesichter.“ Wie jeder, der im öffentlichen Leben steht, habe Norbert Busche viele Freunde, aber auch heftige Kritiker gehabt. Doch setzte er sich stets für die Menschen ein.

Karl-Josef Schiffer (CDU), stellvertretender Bezirksbürgermeister: „Ich habe ihn als Menschen geschätzt; gut 20 Jahre lang haben wir zusammenarbeitet.“ In der Sache habe es auch Auseinandersetzungen gegeben, doch sei Busche stets um Ausgleich bemüht gewesen.

Dirk Meyer, SPD-Fraktionschef im Bezirk Ost, kennt Norbert Busche „so lange ich aktiv bin, seit 2001“. Er sei auch ein Dickkopf gewesen, indes stets klar in der Sache und absolut zuverlässig.

Norbert Busche wird am Donnerstag im engsten Familienkreis beigesetzt. Für seine Parteifreunde kam die Nachricht über seinen Tod so plötzlich, dass es noch keine Pläne für eine Trauerfeier gibt. Carina Gödecke will bei der Jubilarfeier am Sonntag, bei der Norbert Busche für 50 Jahre Parteizugehörigkeit geehrt worden wäre, an ihn erinnern.