Es geht voran am Thürmer-Saal

Foto: INGO OTTO

Als in der Vorwoche der neue Bochumer Studiengang der Folkwang-Universität der Künste vorgestellt wurde - die „Pop-Akademie“ an der Zeche - wurde mancher Beobachter auch an die Zustände rund um den anderen hiesigen Zweig der Essener Bildungseinrichtung erinnert. Der ehrwürdige und höchst renommierte Studiengang Schauspiel, hervorgegangen u.a. aus der Westfälischen Schauspielschule, sollte ja schon lange (die WAZ berichtete mehrfach) auf das Gelände des ehemaligen Thürmer-Saals an der Ecke Universitätsstraße / Friederikastraße umziehen. Doch dort war aufgrund von Budgetschwierigkeiten und einer geplatzten Ausschreibung über Jahre nichts passiert. Auf der Pressekonferenz zur Studiengangspräsentation des „Instituts für Populäre Musik“ war nun zu erfahren, dass das Bauprojekt noch im Jahr 2013 abgeschlossen werden soll. Tatsächlich sind auf dem Gelände bereits Arbeiten getätigt worden. Spuren sind bereits im Inneren zu sehen, die wuchernde Vegetation wurde zurückgeschnitten und Baumaterialien wurden angeliefert. Reinhard Daniel, stellvertretender Niederlassungsleiter des BLB (Bau- und Liegenschaftsbetriebe) in Dortmund, sagte auf Anfrage, schon bald könne mit dem Anbau begonnen werden, der die zweite Bühne beherbergen soll. Geplant ist eine vor allem für Theater geeignete Studiobühne mit einer Kapazität von 100 bis 150 Plätzen. Sie ergänzt die Auftrittsmöglichkeit des ehemaligen Thürmer-Saals, der eher für musikalische Projekte optimal ist.

Ein Bezug durch die Theaterstudierenden, die derzeit immer noch in den maroden Pavillons am Lohring arbeiten, ist laut Folkwang-Sprecherin Maiken-Ilke Groß noch 2013 geplant - „spätestens im Dezember“. Dann soll am neuen Ort ein „Probelauf“ stattfinden, ehe im Sommersemester 2014, im April, erstmals neue Studierende in den Genuss der neuen Ausbildungsräume kommen können.

Ursprünglich, das war 2008, standen vier Millionen Euro vom Land zur Verfügung, um das von Jan Thürmer für 3,5 Mio Euro ans Land verkaufte Gelände umzurüsten. Das Gesamtbauvolumen von Renovierung und Neubau belief sich auf 3438 Quadratmeter Fläche. Nach einer ersten, missglückten Ausschreibung war es im Herbst im Rahmen einer zweiten, in Details veränderten Ausschreibung dann doch zu einer Auftragsvergabe gekommen. Wie Folkwang-Kanzler Michael Fricke im Oktober mitgeteilt hatte, habe es dabei weder finanzielle Nachbesserungen noch konzeptionelle Abstriche gegeben.

Jetzt sieht es so aus, als könne eine vermeintliche „Neverending Story“ bald abgeschlossen werden. Dann kann nach viel Theater selbiges auch gespielt werden.

 
 

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