Erste Messe für Weiterbildung

Sabine Vogt
Melanie Brinkmann vom RWTÜV warb einem programmierbaren Mähdrescher-Modell auf der Messe im Ruhrcongress für die Weiterbildung für Fachinformatiker.
Melanie Brinkmann vom RWTÜV warb einem programmierbaren Mähdrescher-Modell auf der Messe im Ruhrcongress für die Weiterbildung für Fachinformatiker.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum. „Wenn ein Teilnehmer anruft: ,Hey, ich habe einen Job gefunden’, das ist das Tollste.“ Jennifer Fait gehört zu ViA-Bochum, dem Verein für integrative Arbeit, der zu den 54 Ausstellern der ersten Bildungsmesse gehörte.

Im Ruhr-Congress suchten Weiterbildungsträger den Kontakt zu Mitarbeitern der Arbeitsagentur, des Jobcenters, vor allem aber zu Arbeitslosen, die sich qualifizieren wollen. ViA etwa schult Menschen im gewerblichen Bereich, zum Beispiel Maler, Lackierer, Tischler, und auf dem Gesundheitssektor (Qualifikation zu Altenpflegern).

Nach 15 Monaten können sie mit Demenzkranken arbeiten zu können. Unter den Teilnehmern sind auch viele ältere. Jennifer Fait: „Wir hatten zuletzt zehn Prüflinge bei den Malern, alle haben bestanden. Die Hälfte von ihnen hat bereits einen Job gefunden trotz Winterflaute.“

Weiterbildung für Akademiker

Auch Akademiker brauchen mitunter eine Weiterbildung. „Etwa dann, wenn das Studium schon 30 Jahre zurückliegt. Dann muss der arbeitslose Ingenieur den aktuellen Anforderungen gewachsen sein“, sagt Udo Glantschnig, Leiter der Bochumer Arbeitsagentur. So gehörten Wirtschaftsakademien und Ingenieurseinrichtungen ebenso zu den Ausstellern wie Fortbilder auf dem IT-Sektor.

Eine Gruppe aus acht Bildungsträgern hat die Messe ins Leben gerufen. Glantschnig: „In anderen Städten muss die Agentur als Veranstalter auftreten; hier aber haben die Aussteller genügend Selbstbewusstsein bewiesen.“ Simone Vogel vom hiesigen Gisela-Vogel-Institut gehört zu den Veranstaltern: „Wir hatten in kurzer Zeit eine so rege Nachfrage, dass für mich fest steht: es wird sicherlich im nächsten Jahr eine Neuauflage geben.“

Bildungsgutschein für die Finanzierung

Arbeitslose können sich selbst einen Bildungsträger aussuchen, oder der Arbeitsvermittler macht Vorschläge. Dann bekommt er einen Bildungsgutschein, über den die Umschulung/Qualifizierung finanziert wird. Arbeitsagentur und Jobcenter Bochum haben ein jährliches Budget von 12 Millionen Euro für Weiterbildungsmaßnahmen.

„Das sind 20 Prozent weniger als sonst. Der Bund geht davon aus, dass heute mehr Menschen ohne Qualifizierung wieder Arbeit finden. Das stimmt auch“, sagt Glantschnig. Die Anbieter suchen zumeist noch vor Ende der Maßnahmen mit eigenen Vermittlern Jobs für ihre Kunden. Im Schnitt, so Glantschnig, liege die Integrationsquote aller Träger im Bereich der Arbeitsagentur bei 60 Prozent. „Bleibt einer deutlich darunter, wird er von uns nicht mehr in Anspruch genommen.“