Eröffnung des Musikforums Bochum rückt weiter nach hinten

Blick auf die Baustelle von der Humboldtstraße aus.
Blick auf die Baustelle von der Humboldtstraße aus.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Stadt muss jetzt einräumen, dass die Inbetriebnahme des Anneliese-Brost-Musikforums wird nicht vor Sommer 2016 erfolgen wird.

Bochum.. Das teilte Kulturdezernent Michael Townsend auf WAZ-Anfrage mit. Zuletzt hatte es geheißen, die Eröffnung sei für Anfang 2016 vorgesehen, nachdem in der Vergangenheit stets von einem Bezug im Herbst 2015 die Rede gewesen war. Somit hat sich der Eröffnungstermin des Musikforums inzwischen um knapp ein Jahr nach hinten verschoben.

Grund dafür seien Verzögerungen in der Bauplanung, so Townsend. Die zunächst von Land und EU bewilligte Bauzeitverlängerung bis zum 31. Oktober könne nicht gehalten werden; Stand heute gehen die Verantwortlichen davon aus, dass der Bau frühestens Ende März 2016 fertig werden wird. Nach der baubehördlichen Abnahme braucht es dann noch eine Übergangszeit, in dem das Haus „eingeregelt“ werden muss.

„Die Bauarbeiten am Anneliese-Brost-Musikforum können nicht bis zum 31. Oktober fertiggestellt werden.“ Das teilte die Verwaltung in dieser Woche dem Haupt- und Finanzausschuss mit. Bislang war Kulturdezernent Michael Townsend davon ausgegangen, die bereits auf den 31. Oktober 2015 prolongierte Nachfrist zur eigentlich längst beabsichtigten Bau-Fertigstellung werde „bis zum letzten Tag ausgenutzt“. Nun die erneute Verzögerung.

„Fördermittelverlust vermeiden“

Fraglich ist damit vor allem, welche bürokratischen, aber auch welche finanziellen Folgen das haben könnte, denn die vom Land NRW und der EU zugesagten Fördergelder in Höhe von 16,53 Millionen Euro sind an den rechtzeitigen Abschluss der Bauarbeiten gebunden.

Auf WAZ-Anfrage räumte Townsend ein, er habe unmittelbar nach dem Informieren der Kommunalpolitik Kontakt zur Bezirksregierung in Arnsberg aufgenommen, um einen weiteren Aufschub der Bewilligung zu bekommen. Wie diese Bitte beschieden würde, stünde dahin. „Wir wolle natürlich auf alle Fälle einen Fördermittelverlust vermeiden“, so der Stadtdirektor.

Aufwändiges Procedere

Townsend betonte, die Bauverzögerung bis Ende März 2016 werde sich nicht negativ auf den Gesamtetat von rund 33 Millionen Euro auswirken. „Es handelt sich hier lediglich um organisatorische Umplanungen, nicht um Neuplanungen, welche die Kosten in die Höhe treiben würden.“ Der externe Projektsteuerer hätte jüngst die aktuelle Bauabstimmung gecheckt, und danach den Fertigstellungstermin Ende März 2016 hochgerechnet.

Wenn das Haus fertig und von der Baubehörde abgenommen ist, kann es nicht sofort als Konzertstätte in Betrieb gehen, weil zunächst noch Lüftung, Elektrik, Heizung, Versorgung usw. hochgefahren und eingeregelt werden müssen. Das aufwändige Procedere könne, so ist zu hören, bis zu einem Vierteljahr in Anspruch nehmen.

Die Linke übt harsche Kritik

Das neuerliche Nach-hinten-Rücken der Eröffnung des Musikzentrums hat bereits unmittelbar nach Bekanntwerden für eine Reaktion aus dem politischen Raum gesorgt. „Die Stadt wird erneut darum betteln müssen, dass die EU und das Land alle Augen zudrücken. Bochum ist vollständig auf das Wohlwollen der Geldgeber angewiesen“, kommentierte Horst Hohmeier, Ratsmitglied der Linken, die Entwicklung.

Die Linke lehnt das Projekt seit langem ab, und sieht sich in ihrer Skepsis bestätigt. „Selbst, wenn die EU und das Land erneut Gnade vor Recht ergehen lassen sollten: Die zusätzlichen Kosten durch das Konzerthaus werden die Stadt Bochum auf Jahrzehnte hinweg belasten“, kritisiert Hohmeier.

 
 

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