Erdbebenstation der Ruhr-Universität Bochum zeichnet Beben auf

Michael Weeke
In der Nähe von Nassau in Rheinland-Pfalz hat es am Montag, 14. Februar, um 13.43 Uhr ein Erdbeben gegeben. Dr. Kaspar Fischer, Leiter des Seismologischen Observatoriums der Ruhr Unversitaet Bochum und der Ingenieur Bernhard Klotz. sehen sich in Bochum die Aufzeichnung der Ausschläge des Seismografen an. 
Foto: Ingo Otto
In der Nähe von Nassau in Rheinland-Pfalz hat es am Montag, 14. Februar, um 13.43 Uhr ein Erdbeben gegeben. Dr. Kaspar Fischer, Leiter des Seismologischen Observatoriums der Ruhr Unversitaet Bochum und der Ingenieur Bernhard Klotz. sehen sich in Bochum die Aufzeichnung der Ausschläge des Seismografen an. Foto: Ingo Otto
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Montag bebte in Rheinland-Pfalz die Erde. Die Erschütterungen waren im Ruhrgebiet zu spüren. Etwa alle fünf Jahren kommt es in Deutschland zu Beben mit solcher Stärke. In Bochum wurde es registriert - im Seismologischen Observatorium der Ruhr-Uni.

Bochum. Für wenige Sekunden bebte am Montag gegen 13.43 Uhr Ortszeit die Erde, die Erschütterungen waren auch in der Stadt zum Teil deutlich zu spüren. Das Epizentrum des Bebens lag im rheinland-pfälzischen Nassau und wurde mit einer Stärke von 4,5 angegeben.

Irritiert riefen einige Leute bei der Leitstelle der Polizei an. Je nach Beschaffenheit der Gebäude klirrten Gläser in den Schränken oder frei stehende Gegenstände schwankten leicht. Menschen liefen aus ihren Büros. Laut Polizei kam es jedoch in Bochum nicht zu Schäden.

Virtuelle Nadeln schlugen aus

Im Seismologischen Observatorium der Ruhr-Universität schlugen die virtuellen Nadeln an den Rechnern deutlich aus. Im Foyer des NA-Gebäudes gibt es sogar noch ein älteres Gerät, das wie zu Großvaters Zeiten mit roter Tinte die Ausschläge aufzeichnete. „Dies dient nur zu Anschauungszwecken, wir haben natürlich heute modernere Geräte“, erklärt Dr. Kasper D. Fischer, Leiter des Observatoriums.

Die Einrichtung an der Ruhr-Universität hat eigentlich die Aufgabe, Erdbeben aufzuspüren und zu bewerten, die durch den Steinkohlebergbau oder als eine Folge des Steinkohlebergbaus auftreten. Diese sind mit Stärken um 2 auf der Richterskala in der Regel wesentlich schwächer. Es sind an verschiedenen Stellen insgesamt zehn Messstationen installiert, die von Bochum beobachtet werden: im Stollen der ehemaligen Zeche Klosterbusch, an der Universität, in Hamm, Ahlen/Westfalen, Hünxe, Rheinberg und drei Messpunkte in Ibbenbüren.

Zwei Nachbeben

„Ein solches Erdbeben der Stärke 4,5 ist in Deutschland relativ selten. Nur etwa alle fünf Jahre verzeichnen wir solch ein Ereignis“, so Dr. Fischer. Nach dem Hauptbeben um 13.42 gab es zwei Nachbeben, die jedoch mit 3,1 und 2,1 wesentlich schwächer ausgefallen sind. Obwohl der Ursprung des Bebens rund 115 Kilometer von Bochum entfernt lag, waren die Auswirkungen des 80 Sekunden langen Bebens deutlich zu spüren.

Das letzte heftige Beben, das in Nordrhein-Westfalen größere Schäden verursachte, ereignete sich am 13. April 1992. Damals wurde mit dem Höchstwert von 5,9 auf der Richterskala gemessen. Das Epizentrum lag damals bei Roermond in den Niederlanden.

Beschaffenheit der Gebäude ausschlaggebend

Im Vergleich zum gestrigen Ereignis war dieses Beben rund 700 Mal stärker, was zu Schäden an etlichen Gebäuden in Deutschland vor allem im Kreis Heinsberg führte. Fischer erläutert aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit von Schäden nicht nur etwas mit Stärke und Abstand vom Epizentrum, sondern auch mit der Beschaffenheit der Gebäude zu tun habe.

Zwei Stationen aus dem lokalen, von der Ruhr-Universität aus betreuten Messnetz sind im Erdbebenbeobachtungsnetz GRSN aufgelistet. Vor Ort gewonnene Daten sind also in Echtzeit an jedem Ort der Welt sofort abrufbar.