Herne

Seine letzten Worte waren: „Ich warte auf dich“ - so kämpft Jadens Mutter mit dem Tod ihres Sohnes (†9)

Linda Schreiber
Kuscheltiere vor Jadens Haus in Herne zeugten kurz nach seinem furchtbaren Tod von der Anteilnahme der Menschen.
Kuscheltiere vor Jadens Haus in Herne zeugten kurz nach seinem furchtbaren Tod von der Anteilnahme der Menschen.
Foto: Matthias Biesel

Herne. Vier Monate ist es her, dass sie ihren kleinen Sohn verloren hat. An dem Tag, an dem Jaden (†9) starb, war er krank. Er hatte Bauchweh, konnte nicht zur Schule, blieb im Bett. Seine letzten Worte an seine Mutter waren: „Ich warte auf dich.“

Sie sah ihn nicht mehr lebend wieder. Marcel H. (19), der Junge von nebenan, tötete ihren kleinen Sohn mit 52 Messerstichen. Danach brachte er seinen Bekannten Christopher W. um.

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Jeanette F. (41) hat der BILD erzählt, wie der letzte Tag im Leben ihres kleinen Sohnes verlaufen ist. Sie hat ihm ein neues T-Shirt gekauft, um ihn aufzumuntern. Jetzt trägt Jaden das Star-Wars-Shirt im Grab.

„Ich habe immer vor Augen, dass er da unten liegt, ganz allein“, sagte Jeanette F. der BILD. Auf dem Friedhof könne sie nicht ohne Begleitung sein. Der Schmerz sei zu groß.

Jaden war sogar Fußball zu brutal

Wenn sie sich ablenke, gehe es. Aber sobald sie ins Grübeln gerate, sei es richtig schlimm. Dann denke sie an ihren zarten, sensiblen Sohn, dem sogar Fußball zu brutal war. Der das Haus mit Leben und Lachen gefüllt hat.

Und sie denke an den Nachbarsjungen Marcel. Den schweigsamen Jugendlichen, der sich immer auf sein Zimmer zurückzog, wenn Jeanette F. und Jadens Stiefvater Pascal F. (36) bei den Nachbarn zu Besuch waren. „Er war wie ein Geist.“

Marcel H. schlug Schwester ein blaues Auge

Auffällig sei er gewesen, habe seiner Schwester einmal ein blaues Auge geschlagen. Und ihrer Freundin einmal irgendwas in den Körper rammen wollen.

Dass seine Aggression so ausarten würde, dass sie ihren Sohn an den seltsamen Nachbarn verlieren würde, hätte sie nie vermutet. Ihr großer Sohn hat Jaden zusammen mit Pascal F. gefunden. „Alles ist voller Blut! Ich glaube, der Jaden ist tot!", das sind Sätze, die niemand jemals im Ernst erwarte. Anderen passiere sowas. Nie einem selber.

Marcel H. ist ein „Unmensch“

Auch jetzt, nach vier Monaten, sei Marcel H. noch ein Unmensch für sie, sagt Jeanette F. der BILD. Nicht das Kind von nebenan. Sondern die Bestie, als die er deutschlandweit bekannt wurde: Der Kindermörder. Der Doppelmörder von Herne.