Entflohener Häftling aus der JVA Bochum ist wieder eingefangen

Der entflohene Häftling Krysztof J. wurde beim Ladendiebstahl erwischt und wieder ins Gefängnis gebracht.
Der entflohene Häftling Krysztof J. wurde beim Ladendiebstahl erwischt und wieder ins Gefängnis gebracht.
Foto: dapd
Knapp eine Woche konnte sich der aus der JVA Bochum entflohene Häftling vor der Polizei verstecken - nun ist er wieder gefasst. Beamte nahmen ihn am Freitagmittag in Recklinghausen fest. Er wurde bei einem Ladendiebstahl erwischt. Der 47-Jährige wurde sofort wieder ins Gefängnis gebracht.

Bochum. Der am vergangenen Sonntag aus der JVA Bochum getürmte Häftling ist wieder eingefangen worden. Der 47 Jahre alte Pole Krysztof J. wurde am Freitag (3. Februar) um 11.25 Uhr bei einem Ladendiebstahl in Recklinghausen auf frischer Tat erwischt. Das teilte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Hamm, Martin Botzenhardt, am Nachmittag mit.

Wie er mitteilte, hatte ein Detektiv eines Supermarktes den geflohenen Häftling beim Stehlen einer Jeans und von Schuhen beobachtet. Im Kassenbereich stellte er ihn zur Rede. Dabei kam es zum Gerangel. Eine Kundin und der Filialleiter hielten ihn fest, bis die Polizei kam. Die Beamten dürften gestaunt haben, mit wem sie es da zu tun hatten - der Mann, über den fast alle Medien die ganze Woche über berichtet hatten, auch mit Fahndungsfoto.

Der 47-Jährige wurde sofort in ein Gefängnis gebracht. Dort verbüßt er jetzt die restliche Zeit einer zweieinhalbjährigen Freiheitsstrafe. Das sind noch viele Monate. Danach soll er in sein Heimatland ausgeliefert werden, wie Botzenhardt sagt. Dort wartet die Vollstreckung einer in Polen verhängten Strafe wegen Urkundenfälschung, Einbruchsdiebstählen und anderer Straftaten. Botzenhardt nennt die Länge der Strafe bis auf den Tag genau: Acht Jahre, zwei Monate und 23 Tage.

Tagelang spurlos verschwunden

Der Häftling war am Sonntagmorgen während seiner Arbeit in einer Putzkolonne geflüchtet. Er kletterte durch ein Oberlicht. Das hatte zwar Panzerglas, aber die 45 Kilo schwere Scheibe war vor 25 Jahren stümperhaft in die Fensterlaibung eingebaut worden. Der Gefangene konnte sie mit leichtem Aufwand herausnehmen und dann fliehen. Der Raum war im Erdgeschoss direkt neben der Gefängnispforte.

Seitdem war der Mann spurlos verschwunden. Trotz großen Aufwands - sogar ein Hubschrauber wurde eingesetzt - konnte er untertauchen.

Dem Leiter der JVA Bochum, Friedhelm Ritter von Meißner, freute sich über Festnahme seines ehemaligen Häftlings. „Schön! Wunderbar!“, sagte er auf Anfrage der WAZ-Mediengruppe am Nachmittag. Dass der 47-Jährige ausgerechnet beim Klauen gepackt worden ist, wundert ihn nicht. „Das hat er ja die ganze Zeit gemacht. Er hat dort weitergemacht, wo er aufgehört hat.“ In der Tat saß der Mann in Bochum vor allem wegen Ladendiebstählen im Raum Recklinghausen ein. „Das ist sein Jagdgebiet.“

JVA-Leiter findet die Festnahme „schön, wunderbar“

Von Meißner ist auch nicht erstaunt, dass der Häftling nur relativ wenige Kilometer weit gekommen ist. „Er hat ja nichts.“ Der Häftling hatte vor einigen Jahren eine Haftunterbrechung in Polen zur Flucht nach Deutschland genutzt. Hier lebte er dann illegal. Nach mehreren Diebstählen kam er in den Knast nach Bochum.

Direkt nach seiner Flucht stellten ihn die Behörden als harmlosen Burschen hin, ein Kleinkrimineller. Doch tags darauf kam heraus, dass er in Polen - unabhängig von der noch zu verbüßenden Strafe von über acht Jahren - noch wegen Brandstiftung mit Todesfolge und weiterer Straftaten gesucht wird. Die Behörden korrigierten daraufhin ihre Einschätzung und bezeichneten den Gesuchten als „potenziell gewalttätig“.

 
 

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