Eltern von Jugendfußballern kämpfen weiter für Kunstrasen

Mit diesen Trikots wirbt die Fußballjugend für die Kunstrasen-Idee. Rechts im Bild: Initiator Johnny Kaya.
Mit diesen Trikots wirbt die Fußballjugend für die Kunstrasen-Idee. Rechts im Bild: Initiator Johnny Kaya.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Mit einer Trikot-Aktion werben sie dafür, statt der Sanierung des Ascheplatzes von Langendreer 04 am Hessenteich lieber gleich die große Lösung anzustreben.

Langendreer. Nein, bei der SV Langendreer 04 treten die Gegner nicht gerne an. Vielleicht, weil die Heimmannschaften so stark sind. Auf jeden Fall aber, weil der Ascheplatz am Hessenteich in so einem erbärmlichen Zustand ist. „Er wird in Fußballerkreisen daher auch nur abschätzig Opel-Parkplatz genannt“, erzählt Holger Kastner. Er muss es wissen. Der 55-Jährige spielte selbst jahrelang aktiv. Aktuell ist Kastner Vorsitzender und sportlicher Leiter der Fußball-Senioren.

23 Teams spielen auf der harten und staubigen Asche. Der Platz soll im nächsten Jahr für 300 000 Euro saniert werden. Blödsinn, finden viele Eltern. Seit einem guten halben Jahr setzen sie sich dafür ein, dass man dieses Geld besser in einen neuen Kunstrasen investieren sollte (wir berichteten). „Wenn man noch etwas drauflegt, bekommt man einen ganz modernen Sportplatz“, findet Johnny Kaya, dessen drei Kinder – wie er selbst früher – bei 04 kicken. Der Verein hat bereits signalisiert, die Mehrkosten zu übernehmen. Rund 350 000 Euro würde ein Kunstrasen nach den Anforderungen von 04 kosten, hat sich Kaya schlau gemacht: „Wir brauchen ja keine Laufbahn und auch keine Weitsprunggrube.“

Um auf die Kunstrasen-Idee immer wieder aufmerksam zu machen, haben Kaya und andere Eltern 700 Euro in die Hand genommen und Trikots mit der Aufschrift „Kunstrasen für 04“ besorgt. Damit läuft jetzt Woche für Woche die C-Jugend auf. Einen alten Ascheplatz für so viel Geld zu sanieren, ergibt für Johnny Kaya keinen Sinn: „Ich kaufe ja auch kein gebrauchtes Auto ohne Klimaanlage, wenn ich für etwas mehr einen neuen Mercedes mit allen Extras bekomme“, wählt der 42-Jährige Polizist einen plakativen Vergleich.

Holger Kastner begrüßt das Engagement der Eltern natürlich. Aus taktischen Gründen hält sich der Verein selbst ein bisschen zurück. „Wir stehen in guten Gesprächen mit Stadt und Politik“, zeigt sich Kastner nach aktuellem Stand „verhalten optimistisch“, dass die 04er in absehbarer Zeit auf Kunstrasen kicken können. Was wichtig für den Verein wäre. Kastner: „Uns gehen viele Talente und Spieler verloren, weil die nicht auf Asche spielen wollen.“ Um die dennoch erfolgreiche Jugendarbeit fortzusetzen, sei ein Kunstrasenplatz daher sehr hilfreich.

Das letzte Wort haben die Politiker

Beim Sportamt ist ein möglicher Kunstrasen für den Hessenteich derzeit allerdings nicht das Thema, wie Leiter Klaus Retsch auf WAZ-Anfrage mitteilt. Man bereite gerade eine Vorlage für den Sportausschuss vor. Darin geht es allerdings nur um die Sanierung des Ascheplatzes. „Ob es am Ende dann doch ein Kunstrasen werden soll, darüber hat die Politik zu entscheiden“, spielt Retsch den Ball ab.

Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD) steht der Idee mit dem Kunstrasen aufgeschlossen gegenüber. „Wenn das rechtlich möglich ist, sich von Vereinsseite an den Kosten zu beteiligen, ist das eine gute Sache. Das ist meine persönliche Meinung. Ich weiß aber nicht, wie im Bezirk und im Rat entschieden wird“, sagt Busche, die sich jedoch gut vorstellen kann, dass auch andere Politiker einem Kunstrasen zustimmen würden.

 
 

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