Elodea - Hobbysegler wollen am Kemnader See Segel streichen

Jürgen Stahl
Hobbysegler Peter Monien fordert einen verstärkten Kampf gegen die Wasserpest auf dem Kemnader See.
Hobbysegler Peter Monien fordert einen verstärkten Kampf gegen die Wasserpest auf dem Kemnader See.
Foto: WAZ
Die Wasserpest auf dem Kemnader See sorgt für immer größere Probleme. Hobbysegler klagen über „nicht hinnehmbare“ Bedingungen durch die wuchernden Elodea-Pflanzen, gegen die kein Kraut gewachsen zu sein scheint. Zahlreiche Liegeplätze im Hafen Heveney stehen bereits leer.

Bochum. Die Wasserpest auf dem Kemnader See sorgt für zunehmenden Verdruss bei Freizeitseglern. Immer mehr Skipper verzichten wegen des Algenbewuchses auf einen Segeltörn. Zahlreiche Liegeplätze sind bereits verwaist. Der Freizeitzentrum Kemnade GmbH drohen weitere Einnahmeausfälle.

Elodea: So heißt die als Wasserpest bekannte Pflanze, gegen die kein Kraut gewachsen zu sein scheint. Seit 2002 breitet sich ab dem Frühling auf dem Kemnader See ein grüner Teppich aus. Der Ruhrverband als Eigentümer des Gewässers hat im Sommer ein Mähboot im Einsatz. „Zweieinhalb Monate ist es an fünf Tagen in der Woche unterwegs. Letztes Jahr haben wir 80 Kubikmeter rausgeholt“, schildert Betriebsgruppenleiter Michael Kuk. Doch es ist eine Sisyphusarbeit. „Sind wir hinten fertig, können wir vorne wieder anfangen“, so Kuk. Auch tierischer Beistand leistet keine entscheidende Hilfe. Mehrere tausend eigens ausgesetzte Rotfedern sollen die Triebe der Elodea verputzen. Das Ergebnis? „Sehr überschaubar.“

Kleinere Boote hängen fest

Die Wassersportler sehen längst Rot ob des wuchernden Grüns. „Es geht schon im Hafenbecken los. Weite Teile des Sees, vor allem im Süden, sind kaum noch zu befahren“, sagt Peter Monien (60), der sich im vergangenen Jahr eine Jolle kaufte. „2013 war ich 20 Mal draußen, dieses Jahr deutlich seltener. Es macht keinen Spaß mehr“, klagt der Polizeibeamte und weiß: „Viele Segler denken darüber nach, für 2015 wieder einen Liegeplatz zu mieten. Die Bedingungen sind nicht mehr hinnehmbar. Gerade kleinere Boote hängen häufig im Algenteppich fest.“ So wie in der letzten Woche, als ein Segler von der DLRG befreit werden musste.

Zwar sind die 107 Landliegeplätze am Hafen Heveney nach Angaben der Freizeitzentrum Kemnade GmbH (FZK) belegt. „30 der 130 Wasserliegeplätze jedoch stehen leer“, bestätigt Wassersportleiterin Gabriele Seidel auf Anfrage.

Was tun? Ratlosigkeit allerorten. „Um der Pest Herr zu werden, müssten wir eine Vielzahl von Mähbooten im Betrieb haben. Das ist nicht finanzierbar“, betont Michael Kuk vom Ruhrverband. „Wir weisen in den Verträgen auf eventuelle Einschränkungen durch die Wasserpest hin. Mehr können wir kaum tun“, sagt Gabriele Seidel.

Auch Peter Monien hat „keine Patentlösung“. Resignation indes sei der falsche Ratgeber. „Das Mähboot muss häufiger im Hafen im Einsatz sein.“ Und: Keinesfalls dürften – wie zuletzt 2013 – die Gebühren weiter angehoben werden.

Dieser Wunsch immerhin dürfte in Erfüllung gehen. „Eine Erhöhung für 2015 ist derzeit nicht geplant“, versichert Gabriele Seidel.