Ela: Noch immer kreischen die Sägen

Am Hof Bergen an der Bergener Straße lässt die Entwicklungsgesellschaft Ruhr seit Montag eine 700 Meter lange Pappelreihe fällen.
Am Hof Bergen an der Bergener Straße lässt die Entwicklungsgesellschaft Ruhr seit Montag eine 700 Meter lange Pappelreihe fällen.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Die Schäden durch den Pfingssturm Ela 2014 sind noch längst nicht überwunden. Jetzt müssen Pappeln an der Bergener Straße gefällt werden.

Bochum. Eineinhalb Jahre nach dem Pfingststurm Ela kreischen noch immer die Motorsägen. Seit Montag wird im Waldgebiet an der Bergener Straße eine 700 Meter lange Pappelreihe gefällt. Und das Abholzen geht weiter: Das Umwelt- und Grünflächenamt kündigt an, dass u.a. noch 500 gekappte Straßenbäume abgesägt werden müssen.

„Fatal“: So umschreibt die Stadt die Folgen des Orkans, der im Juni 2014 mit Windstärken bis zu 12 über Bochum wütete. Die Schäden „erreichten ein bis dato unbekanntes Ausmaß“, heißt es in einem Abschlussbericht von Amtsleiter Thorsten Lumma, der heute dem Landschaftsbeirat bei der Unteren Landschaftsbehörde und am Donnerstag dem Umweltausschuss vorgelegt wird. Insgesamt verlor Bochum durch das Unwetter bislang 14.500 Bäume, die in der Sturmnacht entwurzelt oder später gefällt werden mussten. Weitere 30.000 Sauerstoffspender wurden derart in Mitleidenschaft gezogen, dass sie gestutzt und ausgedünnt werden mussten. Nicht nur die Folgen für die Natur sind gewaltig. Auch die finanzielle Belastung für die Stadt ist immens. Auf 5,5 Millionen Euro beziffert die Verwaltung den Schaden durch die verlorengegangenen Bäume. Allein an Fachunternehmen, die ab 2014 mit Sicherungsarbeiten rund um Ela beauftragt wurden, wurden bislang 13,9 Millionen Euro überwiesen.

Bäume sind windbruchgefährdet

Ausdrücklich würdigt das Grünflächenamt das überragende Engagement von Bürgern, Vereinen und Verbänden, die nicht nur beim großen Aufräumen nach der Katastrophe mitgeholfen haben, sondern mit Spenden mit dafür sorgten, dass bisher knapp 3800 neue Bäume gepflanzt werden konnten. Auch die WAZ-Leser gingen dabei mit gutem Beispiel voran: Sie stellten innerhalb der Aktion „WAZ pflanzt Bäume“ 18.000 Euro bereit, um den Kahlschlag durch Ela ein wenig ausgleichen zu können.

Trotz aller Anstrengungen: „Die Schäden werden noch über Jahre im Stadtbild und in den Grünanlagen sichtbar sein“, prophezeit Amtsleiter Lumma. Das gilt auch für die Bergener Straße. Die Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR) lässt auf dem städtischen, an einen Landwirt verpachteten Gelände im Bereich von Hof Bergen bis Mitte Februar Pappeln auf 700 Metern Länge abholzen. „Die Bäume haben durch den Pfingststurm 2014 erheblichen Schaden genommen und sind mittlerweile windbruchgefährdet, so dass die Arbeiten zwingend notwendig sind“, betont EGR-Sprecherin Heike Lattenstein. Während der Fällungen wird der Reit- und Wanderweg zum Schutz der Passanten gesperrt.

Wie viele Bäume betroffen sind, vermochte die EGR auf WAZ-Anfrage nicht mitteilen. Eine Ersatzbepflanzung werde es nicht geben: „Die ist laut Oberer Forstbehörde an dieser Stelle nicht erforderlich.“

 
 

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