Einbrecher verhageln der Bochumer Polizei die Bilanz

Bernd Kiesewetter
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Anzahl der Wohnungseinbruchstaten stieg in Bochum im vorigen Jahr um 23 Prozent. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote. „So nicht akzeptabel“.

Bochum. „Wir haben im Bereich des Wohnungseinbruchs ein düsteres Jahr hinter uns.“ Das erklärte am Montag die Bochumer Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier, als die Kriminalpolizei ihre Jahresstatistik 2015 vorstellte. Allein in der Stadt Bochum wurden im vergangenen Jahr 1809 Wohnungseinbruchstaten gemeldet – das ist ein Anstieg um 23 Prozent. „Die Fallzahlen sind uns davongelaufen“, sagt die Polizeichefin. Und auch Kripo-Chef Andreas Dickel räumt ein: „Das sind ganz schlechte Ergebnisse.“ Auch bei ihm selbst war im vorigen Jahr zu Hause eingebrochen worden.

Im gesamten Bochumer Polizeibezirk mit Herne und Witten (ca. 612.000 Einwohner) gab es sogar einen Anstieg der Fälle um fast 40 Prozent (3210 Fälle), wie bereits vor einigen Tagen bekannt wurde.

Vor dem Jahr 2015 hatte sich die örtliche Polizei selbst ein „Top-Behördenziel“ gesetzt: weniger Einbrüche – und diese öfter aufklären. „Beide Ziele haben wir nicht erreicht“, sagt die Polizeichefin. Die Aufklärungsquote sei sogar „in den Keller gefallen“: von 18,6 auf 6,8 Prozent. So niedrig war sie schon seit mindestens 15 Jahre nicht. Das sei „so nicht akzeptabel. Da müssen wir deutlich besser werden“. Das könne die Bevölkerung auch von der Polizei erwarten.

Wohnungen besser gesichert

Allerdings verwies sie beim Thema Wohnungseinbruch auch auf positive Entwicklungen. Immer mehr Einbrecher machen keine Beute, weil sie gestört wurden oder weil Fenster und Türen zu gut gesichert waren. „Fast jeder zweite Wohnungseinbruch geht ins Leere.“ Kerstin Wittmeier dankte denjenigen Bürgern, die in die Sicherheit ihrer vier Wände investiert hatten. „Das macht sich bezahlt.“ Ohnehin appellierte sie an alle, der Polizei mehr Hinweise zu Verdächtigen zu geben. „Wir werden so schnell wie möglich vor Ort sein.“

Straftaten insgesamt gestiegen

Auch die Anzahl aller Straftaten in Bochum ist angestiegen – um 1129 auf 38.053. Drei Viertel der Verdächtigen sind männlich.

Deutlich angestiegen ist in Bochum auch die Anzahl der Pkw-Diebstähle (auf 159), ebenso die Anzahl der Diebstähle von Wertsachen aus Fahrzeugen (auf 2910) – und auch die Anzahl der Waren- und Kreditbetrügereien (auf 2131).

Besser hingegen haben sich die Zahlen in der Gewalt-Kriminalität entwickelt. Raubtaten zum Beispiel gab es deutlich weniger (317).

In fast einem Drittel aller Straftaten wurden Ausländer als Tatverdächtige ermittelt (4085, ein Anstieg um 762). Kripo-Chef Dickel stellte aber klar, dass nicht eine bestimmte Nationalität kriminell mache, sondern der Mangel an Bildung, Chancen und Geld. Schließlich wollten alle Wohlstand haben - und einige hätten nur weniger Möglichkeiten, daran zu kommen.