Ein Kataster für Baumfällungen

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Während sich nicht wenige Großstädter immer mehr von der Natur entfremden, ist sie für die Mehrheit aber weiterhin ein sehr großes Stück Lebensqualität. Wenn wie in den vergangenen Wochen zahlreiche Bäume gefällt werden, löst dies oftmals Bedauern oder gar Protest aus. Die Stadt hat deshalb auf ihrer Internetseite ein „Baumfällkataster“ veröffentlicht, in dem der Bürger die jeweiligen Einsatzorte der städtischen Motorsägen nachlesen kann. Das Kataster informiert über den Standort, die Anzahl der Bäume und den Grund ihrer Abholzung. Das können Überalterung, Krankheit oder Sturmschäden sein. Die Stadt will so die Verkehrssicherheit gewährleisten. Auch Platzmangel kann für einen Baum das Aus bedeuten.

Die Internetadresse lautet www.bochum.de/baumfaellkataster. Der Nutzer muss, angefangen bei den Ladezeiten, aber etwas Geduld mitbringen, denn das Navigieren durch das Kataster ist ein wenig unübersichtlich. Am Ende erfährt der Bürger aber, wo überall auf bebautem Innenbereich und im Außenbereich ein Baum abgesägt wird. Fällungen von Privatleuten, im Stadtwald und auf Friedhöfen sind dort nicht aufgelistet.

„Wir sind einen Weg gegangen, den noch nicht viele Städte gegangen sind“, sagte gestern Michael Grothe vom Grundflächenamt. Denn hinter Wiesbaden und Kiel sei Bochum erst die dritte deutsche Stadt, die so ein Angebot im Netz bereitstelle. „Ich hoffe, dass das Bemühen um Transparenz und Kommunikation deutlich wird.“

 
 

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