Ein Käfer als neues Familienmitglied

Sie präsentieren das Tanztheaterprojekt des 2. Schauspieljahrgangs der Folkwang Universität der Künste.
Sie präsentieren das Tanztheaterprojekt des 2. Schauspieljahrgangs der Folkwang Universität der Künste.

Bochum.  Schauspielschüler bringen in der „Zeche 1“ am Wochenende eine lebhafte Tanzperformance auf die Bühne. Grundlage des Stücks sind die verrätselten Texte von Franz Kafka.

Nachwuchspflege für das Theater: In Sachen Schauspieler-Ausbildung ist Bochum mit seiner Westfälischen Schauspielschule traditionell gut aufgestellt. Das Institut ist inzwischen Teil der Folkwang Universität der Künste; die Bochumer Sparte soll, wie schon oft angekündigt, „demnächst“ in den ehemaligen Thürmersaal an der Friederikastraße umziehen. Bis es soweit ist, werden die angehenden Künstler nach wie vor am Lohring ausgebildet. Wie sie sich dabei machen, das stellen sie immer mal wieder öffentlich unter Beweis.

So standen am letzten Wochenende im Schauspielhaus Mitglieder des aktuellen 3. Jahrgangs der Schauspielschule in der Inszenierung „Spiel des Lebens“ auf der Bühne. Als nächstes ist der 2. Jahrgang an der Reihe, der sich am nächsten Wochenende in der „Zeche 1“ vorstellt. Die Präsentation dort hat eine lange Tradition, oft schon beeindruckten im sperrigen Ambiente der alten Bergwerks zukünftige Schauspieler mit ihren physischen Ausdrucksmöglichkeiten. Die aktuelle Inszenierung bewegt sich im künstlerischen Spannungsfeld zwischen Theater und Tanz; gemeinsam mit den elf Studierenden entwickelte der Choreograph Roderik Vanderstraeten (38) ein impulsives Bewegungsstück, dessen Hintergrund verschiedene Texte von Franz Kafka bilden.

Zehn Menschen und ein Käfer sind gefangen auf einer Bühne, wie in einem Labyrinth, aus dem es kein Entkommen gibt. Sie sind gefangen in einer Welt, die nach Gesetzen und Regeln funktioniert, die sie selbst nicht verstehen. Sind sie eine Familie, Freunde oder doch nur flüchtige Bekannte? Jeder Einzelne von ihnen strebt nach seinem Selbst - und scheitert doch. Regisseur Vanderstraeten ist in Bochum kein Unbekannter, in der Vergangenheit gastierte er regelmäßig am Schauspielhaus als Komponist, Musiker und Choreograph. 2010 arbeitete er etwa für die Inszenierung „I Hired a Contract Killer“ mit der Regisseurin Jorinde Dröse zusammen.

Die Premiere des Kafka-Projekts ist am Freitag, 23. März, 20 Uhr. Weitere Vorstellungen finden um 24. und 25. März, jeweils um 20 Uhr, statt. Veranstaltungsort ist die „Zeche 1“, Prinz-Regent-Straße 50-60 (neben dem Prinz Regent Theater). Karten an der Abendkasse: 5 / erm. 3 Euro.

 
 

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