Ein Griff in die Kloschüssel

Die Aktion der Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen das Musikzentrum war ein unterirdisch geschmackloser Griff in die Kloschüssel. Wer sich auf dieses Niveau begibt, sagt viel aus über seine Gesinnung: Es geht nicht um die Sache, es geht ums Provozieren und um Selbstdarstellung.

Der Zynismus dieser Aktion gegenüber den russischen Mädchen, die ins Arbeitslager müssen, ist nicht zu tolerieren. Da werden Damen aus dem Porno-Milieu eingeflogen, um den Medien spektakuläre Motive zu bieten. Sie nutzen ihren Auftritt zur eigenen Vermarktung in völliger Unkenntnis der Sachlage vor Ort: Wir sind gegen Pussy Riot und wollen diese Plantagen retten. Mannomann.

Vermutlich war selbst den Platanen, denen die Säge droht, dieser Vormittag peinlich. Welch ein Unterschied zur spektakulären Greenpeace-Aktion 1981 in Hamburg. Dort kletterten Umweltschützer auf einen Schornstein und hissten ein Transparent, dessen Spruch heute legendär ist: Erst wenn der letzte Baum gefällt ist ...

Diese Aktion – offensichtlich made by Volker Steude – war eine Ohrfeige für alle, die sich ernsthaft um unsere Umwelt sorgen.

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