Eickhoff weist Kritik am Umgang mit Personal zurück

Andreas Rorowski
Bergbaumaschinen „Made in Bochum“ sind bekannt in der ganzen Welt. Doch Eickhoff sieht sich deutlichen Umsatzrückgängen ausgesetzt. Der Personalabbau sei unausweichlich.
Bergbaumaschinen „Made in Bochum“ sind bekannt in der ganzen Welt. Doch Eickhoff sieht sich deutlichen Umsatzrückgängen ausgesetzt. Der Personalabbau sei unausweichlich.
Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto
Durch Auftrags- und Umsatzrückgänge sieht sich der Maschinenbauer Eickhoff gezwungen, seine Belegschaft um etwa zehn Prozent zu reduzieren.

Bochum. Die Freistellung von 35 Beschäftigten zunächst bis zum 5. Dezember wird den Maschinenbauer Eickhoff bis nächstes Jahr beschäftigen. Während sich das Unternehmen nach Auskunft von Personalchefin Stephanie Bielesch mit der Hälfte der Betroffenen gütlich einigen wird, steht eine Lösung für die andere Hälfte aus.

Im Raum steht die Frage nach einem Sozialplan, wenngleich Eickhoff, so die Personalchefin, individuelle Lösungen bevorzuge. „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, jeden einzelnen Menschen anzuschauen.“ Gespräche gebe es mit den betroffenen Mitarbeitern und mit der IG Metall.

Geschäftsführer bedauert

Der Tarifvertrag sieht vor, dass betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2015 nur mit Einverständnis der Gewerkschaft ausgesprochen werden können. Nahe gelegt wurde den betreffenden Mitarbeitern erst einmal, ihren Resturlaub zu nehmen. Auch das dürfte bei der Betriebsversammlung am 12. Dezember auf den Tisch kommen.

Geschäftsführer Rainer Lohmann weist den Vorwurf zurück, Eickhoff habe sich von der bislang gelebten Umgangskultur und vom Bild des Familienunternehmens gelöst. „Wir haben es sehr bedauert, so vorgehen zu müssen. Wenn es bei der Umsetzung zu Fehlern gekommen ist, bedauere ich das auch.“

Ökonomische Notwendigkeit

Kritik war nicht zuletzt am Umgang mit den freigestellten Mitarbeitern laut geworden. Diese hatten unmittelbar nach ihren Personalgesprächen in Begleitung das Firmengelände verlassen müssen. Für die Firma die Beschäftigten sei das, so Lohmann und Bielesch, nach den Erfahrungen der Firma die beste Lösung gewesen. So sei es vor einiger Zeit in einem anderen Unternehmen der Gruppe zu Fällen von Sabotage gekommen.

Ansonsten verweist er auf die ökonomische Notwendigkeit, sich von 140 der 1450 Beschäftigten zu trennen, was das Unternehmen bei der Belegschaftsversammlung im Sommer auch angekündigt habe. 100 davon haben Gebrauch von freiwilligen Ausstiegsszenarien gemacht. „Eickhoff kostet das einiges“, so der Geschäftsführer. Mehrere Millionen Euro gebe das Unternehmen für ausscheidende Mitarbeiter aus.

Umsatzrückgang im Bergbau

Zugleich habe es in der Bergbausparte einen künftigen Umsatzrückgang von 50 Millionen Euro zu verkraften. Verantwortlich dafür seien spürbare Auftragsrückgänge vor allem auf dem chinesischen Markt. Das Geschäft mit China mache ein Drittel des gesamten Bergbau-Umsatzes aus. Weitere bedeutende Abnehmer der Bergbaumaschinen sind die früheren GUS-Staaten, Südafrika, Polen und die USA.