Ehepaar soll seine Kinder misshandelt haben

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Misshandlungsprozess in Bochum: Ein Ehepaar aus Wattenscheid soll zwei gemeinsame Töchter mehrfach mit einem Holzbesen, einem Ledergürtel, einer Suppenkelle und einem Schlüsselbund misshandelt haben. Dem Mann wird zudem Vergewaltigung der älteren Tochter vorgeworfen. Die Eheleute haben fünf Kinder.

Bochum. Sollten die Anklagevorwürfe zutreffen, dann muss das Leben zu Hause für die beiden Geschwister ein Alptraum gewesen sein. Seit Donnerstag steht ein Ehepaar aus Wattenscheid vor dem Landgericht, das zwei gemeinsame Töchter (heute 15 und 20 Jahre alt) mehrfach mit einem Holzbesen, einem Ledergürtel, einer Suppenkelle und einem Schlüsselbund misshandelt haben soll.

Der Hauptvorwurf gilt aber nur dem 47-jährigen Ehemann: Ihm wirft Staatsanwalt Holger Heming vor, die ältere Töchter zwischen 2006 und 2008 fünfmal zu Hause vergewaltigt zu haben, auch im Kinderzimmer. Seine Tochter war damals zwischen 15 und 17 Jahre alt. Der Anklage zufolge brach der Angeklagte mit seinen Armen den Widerstand der Jugendlichen und machte brutale Sprüche dabei. Die Wortlaute aus der Anklage sind absolut demütigend: Sie solle sich nicht so anstellen. Oder: Mit ihr könne man das ja machen.

Der Angeklagte sitzt seit August in U-Haft

Die damalige Jugendliche soll ihrer Mutter (42) von diesen mutmaßlichen Verbrechen erzählt haben. Aber angeblich glaubte die Mutter ihrem Kind nicht. Beide Elternteile sind bereits vor über zehn Jahren wegen Misshandlung eines ihrer weiteren Kinder zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Insgesamt haben die Eheleute fünf Kinder. Keines wohnt mehr zu Hause. Die beiden Töchter, um die es jetzt im Prozess geht, leben in einer sozialen Einrichtung, weil das Jugendamt eingeschritten war. Eines sei in ihrer Entwicklung „erheblich gestört und verzögert“, sagte der Staatsanwalt.

Ob die Angeklagten geständig sind, ist noch unklar. Am Donnerstag wurden nur die Lebensläufe erörtert. Seit vielen Jahren leben beide von Hartz IV. Der Mann, der nicht einmal einen Schulabschluss geschafft hat, verdiente sich zuletzt mit sporadischen Hilfsarbeiten einige wenige Euro hinzu. Anfang August war er verhaftet worden. Seitdem sitzt er im Gefängnis. Seine Ehefrau ist auf freiem Fuß.

Beiden wird vorgeworfen, jene zwei Töchter auch stundenlang im Kinderzimmer eingesperrt zu haben. Eines der Kinder habe sich deshalb eingenässt.

Am Freitag (2. Dezember) wird der Prozess vor der 3. Strafkammer fortgesetzt.

 
 

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