Dritter Diversity-Tag von VfL, BP und der Stadt Bochum

Konzentrierte Zuhörer. Zum dritten Mal drehten sich beim Diversity-Tag in der Rewirpower-Lounge Vorträge und Diskussionen  um die Vielfalt im menschlichen Zusammenleben und in Organisationen.
Konzentrierte Zuhörer. Zum dritten Mal drehten sich beim Diversity-Tag in der Rewirpower-Lounge Vorträge und Diskussionen um die Vielfalt im menschlichen Zusammenleben und in Organisationen.
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VfL Bochum, BP und Stadt laden zum dritten Diversity-Tag in die Rewirpower-Lounge. Spannende Gespräche die menschliche Vielfalt.

Bochum.. In der Wirtschaft wie im Sport geht es um eines: Leistung. In einer zunehmend bunten Gesellschaft geht das aber nur unter zwei Bedingungen: Vielfalt anerkennen, Diskriminierung verhindern. Deshalb luden Fußball-Zweitligist VfL Bochum, der Mineralölkonzern BP und die Stadt Bochum zum sogenannten „Diversity-Tag“ in die Rewir-Lounge des VfL-Stadions ein. Gekommen waren neben Beschäftigten der drei Organisationen auch Lehrer, Sozialarbeiter und einige andere Interessierte.

Initiator des inzwischen dritten bundesweiten Diversity-Tages ist der Verein „Charta der Vielfalt“: Eine Unternehmensinitiative, die Inklusion, Integration und Akzeptanz hochhalten will – nach eigenen Angaben zur Bindung der Beschäftigten, Erschließung neuer Märkte im Ausland und zur Imagebildung.

Vielfalt erfahrbar machen

Inwiefern die Inklusion von Menschen mit Behinderung, die Akzeptanz von Homosexualität oder Menschen mit Migrationshintergrund in der eigenen Organisation umgesetzt werden – und mit welchem Erfolg – war nicht Gegenstand der einführenden Vorträge. „Anonymisierte Bewerbungen oder Quoten haben wir nicht“, sagte Brigitta Wortmann von BP auf Nachfrage: „Wir machen aber Coachings, zum Beispiel für Personaler und Führungskräfte.“

Um konkrete Maßnahmen ging es am Diversity-Tag nicht, wohl aber versuchten die Veranstalter, Vielfalt erfahrbar zu machen: Zwei Sozialwissenschaftlerinnen versuchten durch ein Spielchen, bei dem die Sitzordnung der Gäste durchmischt wurde, Vielfalt darzustellen. Und der ehemalige Fußballer Marcus Urban berichtete von seinem Lebensweg als Schwuler im vermeintlich harten Hetero-Sport und seinem Outing. Auch Wilken Engelbracht, kaufmännischer Vorstand beim VfL, findet: „Wir haben noch viel zu lernen im Fußball – gerade in Bezug auf Homosexualität.“

Simone Russo, die die Arbeitsgruppe „Vielfalt als Chance“ der Stadt Bochum leitet, sieht auch in ihrem Bereich Ausbaubedarf. Was sie sich wünscht: Konkrete Zielvereinbarungen oder einen „Diversity-Manager“ für die Stadtverwaltung.

Zum Abschluss des Abends diskutierten die Gäste in Gesprächsrunden zu drei Themen – Menschen mit Migrationshintergrund, Mann und Frau sowie sexuelle Orientierung. Das kam gut an: „Man setzt sich mit neuen Argumenten auseinander“, so Grünen-Ratsherr Manfred Preuß. Auch Ayse Belyemez freute sich über die anregende Diskussion: „Es ist schön zu sehen, dass Leute sich auf den Weg gemacht haben.“

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