Drei Opel-Standorte stimmen Sanierungsplan zu

Gerd Heidecke
Opel-Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel beklagt mangelnde Solidarität
Opel-Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel beklagt mangelnde Solidarität
Foto: dpa
Die Mehrheit der Belegschaften in den anderen deutschen Opel-Werken stimmten mit großer Mehrheit für den Entwurf des Sanierungs-Tarifvertrages, der harte Einschnitte für den Standort Bochum vorsieht. Der dortige Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel beklagt mangelnde Solidarität mit dem Werk im Ruhrgebiet.

Bochum. Erwartungsgemäß haben die Belegschaften an den Opel Standorten im Tarifbezirk Mitte am Freitag dem Entwurf des Sanierungs-Tarifvertrags zugestimmt. Die Mehrheiten unter den befragten IG-Metall-Mitgliedern in Rüsselsheim, Kaiserlautern und Dudenhofen lagen zwischen 84 und 92 Prozent. In Bochum, wo nicht abgestimmt wird, soll am Montag mit Opel-Vorständen über die Punkte weiterverhandelt werden, die das von Schließung bedrohte Werk betreffen.

Der Chef des IG-Metall-Bezirks Mitte, Armin Schild, sprach von einem „solidarischen Votum“. Die Mitarbeiter hätten mit ihrer Abstimmung eine Zukunftsperspektive „für die Marke Opel als Ganzes und für alle deutschen Standorte“ eröffnet. „Das Wort Solidarität passt nicht ansatzweise auf dieses Verhalten“, entgegnete der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel im Gespräch mit dieser Zeitung.

Opel-Chef fordert Gewinner-Mentalität

Der neue Opel-Chef Karl-Thomas Neumann sagte in Rüsselsheim auf seiner ersten Belegschaftsversammlung am Stammsitz: „Ich möchte, dass hier wieder eine Gewinner-Mentalität einzieht.“ Einenkel würde es begrüßen, wenn Neumann wie alle seine Vorgänger sich direkt in die Gespräche über die Zukunft von Bochum einschalten würde.

Nach Angaben von Arbeitnehmervertretern kommen von der Bochumer Belegschaft rein rechnerisch 450 Mitarbeiter für Altersteilzeit in Frage. Allerdings hätten davon einige bereits in der Vergangenheit keinen Gebrauch davon gemacht. Nach dem Entwurf des Sanierungs-Vertrages soll bereits ab dem zweiten Quartal 2013 die dritte Schicht in Bochum entfallen. Dadurch würden 700 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. Außerdem sollen laut Einenkel bis Ende 2014 weitere 600 Beschäftigte ausscheiden. Im Gegensatz zur Übereinkunft für die anderen Opel-Werken sind demnach im Ruhrgebiet betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen.