Diskussion um günstige Musikforum-Tickets

Wie berichtet, werden ab der Saison 2016/17 die Preise für die Konzerte der Bochumer Symphoniker steigen. Die Preiserhöhung betrifft nur die oberen Kategorien und war in der politischen Beratung unstrittig. Für Diskussionen sorgte vielmehr ein Antrag der Linken: Die Fraktion forderte, Extra-Rabatte für Ratsmitglieder zu streichen.

Hintergrund: Ratsmitglieder können ermäßigte BoSy-Karten für demnächst 10 Euro (bisher 6,50 Euro) erwerben; die Regelung gibt es schon länger, sie gilt ähnlich auch fürs Schauspielhaus. Begründung: Die kommunalpolitische Arbeit sei ein Ehrenamt; dem solle mit vergünstigtem Eintritt Rechnung getragen werden, damit die Politiker sich „einen Überblick verschaffen können“. Genutzt wird das eher verhalten; in der letzten Saison offenbar, wie es heißt, nur von vier oder fünf von mehr als 80 Ratsleuten.

Beim Ratsentscheid über die Regelung vor Wochenfrist stand aber gleichzeitig die Einschränkung von Vergünstigungen für Jugendliche auf dem Plan. Bisher waren diese Last-Minute-Tickets für 6 Euro für alle unter 30 Jahren zu haben. Ab Eröffnung des Musikzentrums soll das Angebot explizit nur noch für Schüler und Studierende gelten.

„Die Bevorzugung von Ratsmitgliedern bei gleichzeitiger Streichung der Last-Minute-Tickets für Azubis und junge Erwerbslose ist das falsche Signal“, so der Linke-Vorsitzende Ralf-D. Lange. Das Musikzentrum dürfe „kein subventionierter Treffpunkt für die oberen Zehntausend und die politische Klasse“ werden.

Am Ende kam es – auch durch einen Antrag von SPD/Grünen – zum Kompromiss. Die Ermäßigung für die Ratsmitglieder bleibt und die Jugend-Vergünstigung gilt demnächst tatsächlich nur für Schüler und Studis unter 30 – aber auch für Inhaber des „Bochum Passes“. Den können Bürger mit geringem Einkommen beim Amt für Soziales und Wohnen beantragen.

 
 

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