Die Suche nach der richtigen Schule

Markus Rensinghoff
Auch Reinhard Leben vom Schulamt der Stadt sprach beim Elternabend im Haus der Begegnung.
Auch Reinhard Leben vom Schulamt der Stadt sprach beim Elternabend im Haus der Begegnung.
Foto: Haenisch / waz fotopool

Bochum. „Welche Schule für mein Kind mit sonderpädagogischen Förderbedarf?“ Diese Frage wird in Bochum ganz lange schon regelmäßig bei einem Elternabend, organisiert von der Frühförderstelle, beantwortet. „Seit den Siebziger Jahren gibt es diese Informationsveranstaltung. Sie hat Tradition“, sagt Panagiota Patsia, Leiterin des Familienzentrums Wasserstraße. „Wir beraten hier Eltern von Kindern mit Behinderung. Seinerzeit hat keiner von Inklusion gesprochen.“

Jetzt ist es das dominierende Thema. Eins, das an der grundlegenden Fragestellung der Eltern etwas geändert hat, wie Reinhard Leben vom Schulamt der Stadt festgestellt hat. „Früher ging es darum, welche Förderschule für das Kind die richtige sein könnte. Jetzt besteht die Möglichkeit, dass die Kinder am gemeinsamen Unterricht teilnehmen und die Eltern fragen sich: soll mein Kind auf eine normale Schule gehen?“

Mehr als 30 Mütter und Väter von Kindern, die im nächsten Jahr eingeschult werden, informierten sich, bekamen umfassend Informationen von Vertretern der verschiedenen Schulformen und von Vertretern der Stadt wie Reinhard Leben und Annette Sudek vom Schulverwaltungsamt. Den Fragen der Eltern stellten sich 15 Vertreter der verschiedenen Förderschulen.

Elternabend als "sinnvolle Veranstaltung"

Auch deshalb sieht Leben diesen Elternabend „als sinnvolle Veranstaltung. Je eher die Eltern im Thema sind, je eher sie Bescheid wissen, desto besser. Wir tun einfach auch gut daran, die Eltern sofort mit ins Boot zu holen und ihnen alle möglichen und nötigen Informationen zukommen zu lassen. Ohne Eltern können wir nicht so viel erreichen“. Leben machte aber auch klar, „dass wir bestimmt nicht alle Fragen beantworten können“, und das auch nicht alle Schulen mit entsprechenden Veränderungen Inklusions tauglich gemacht werden können. „Nicht jede Schule wird einen Aufzug bekommen.

Das wäre auch nicht finanzierbar. Wir versuchen aber, das Angebot auszubauen, damit die Kinder ihre Schulen gut erreichen können. Gut und wichtig ist, dass achtzig Prozent der Grundschulen einen festangestellten Sonderpädagogen haben und das auch Sekundarschulen Sonderpädagogen bekommen.“ Auch das fließt in die Beantwortung der Frage, „Welche Schule für mein Kind“ mit ein.