Die Ruhr-Uni als Kunst-Gebiet

Die Museen der Ruhr-Universität gehören zu den bedeutendsten Modernen Sammlungen im Ruhrgebiet. 50 Jahre nach Gründung der RUB und 40 Jahre nach Eröffnung der Kunstsammlungen im Gebäude der Universitätsbibliothek vermitteln aktuelle Ausstellungen vertiefende Einblicke in die Geschichte und die Bedeutung der Bochumer Sammlung. Die Übersichtsausstellungen werden erstmals an zwei Orten gleichzeitig präsentiert: im Campusmuseum und im Kubus der Situation Kunst im Schlosspark Weitmar; was nicht verwunderlich ist, denn beide Institute sind der RUB-Kunstgeschichte angegliedert.

Bochumer Besonderheiten

Dabei wird auch der Blick zurück auf die Anfänge gerichtet: auf die Gründungsschenkung des Kunstkritikers Albert Schulze Vellinghausen sowie auf Objekte und Skulpturen, die Mitte der 1970er-Jahre dank einer großzügigen Förderung von Paul Dierichs erworben werden konnten. „Die Sammlungen sind im Spektrum deutscher Universitätsmuseen einzigartig; sie konzentrieren sich auf die Kunst des 20. Jahrhunderts, wo andere Universitätsmuseen historische Bestände konservieren“, betont Dr. Friederike Wappler, die wissenschaftliche Leiterin der Sammlung Moderne. Eine weitere Bochumer Besonderheit ist die erwähnte Verbindung zum Museum Situation Kunst in Weitmar.

Das Campusmuseum, gegründet 1975 und dem Kunstgeschichtlichen Institut zugeordnet, ist einerseits durch das Sammlungsprofil in privaten Stiftungen Schulze-Vellinghausens und Dierichs geprägt, andererseits wurde es von Prof. Max Imdahl (Gründer der RUB-Kunstgeschichte) durch Ankäufe Konkreter Kunst konturiert. Die Sammlung umfasst heute Bilder, Grafiken und Skulpturen von so bedeutenden Künstlern wie Josef Albers, Alberto Giacometti, Joseph Beuys, Lucio Fontana, Günter Fruhtrunk, Arnulf Rainer, Richard Serra, Frank Stella, Cy Twombly oder Günther Uecker. „Dem hohen Anspruchsniveau der Sammlung ist inzwischen durch weitere Ankäufe und Stiftungen entsprochen worden. So konnten in den letzten Jahren u.a. Werke von Donald Judd oder Gerhard Richter erworben werden“, so Dr. Wappler.

Im Kubus, dem Museum im Schlosspark in direkter Nachbarschaft zur Dauerausstellung „Situation Kunst“, werden Sammlungsschwerpunkte seit den 1980er-Jahren sichtbar: Fotografien der Düsseldorfer Schule sowie Arbeiten von Robert Mangold, Donald Judd, James Turrell, Bruce Nauman, Gerhard Richter, Imi Knoebel, Georg Baselitz u.a. zeigen, mit welchen (minimalistischen) Akzentsetzungen die Sammlung kontinuierlich erweitert worden ist; 1991 wurde sie der RUB angegliedert. „Ein Besuch der Ausstellungen ermöglicht so einen umfassenden Einblick in die Sammlungsschwerpunkte; er erschließt anschaulich die Kunstgeschichte von 1945 bis heute“, so Friederike Wappler.

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