Die Narren in Bochum stehen ohne gekrönte Häupter da

Rathaussturm der Karnevalisten
Rathaussturm der Karnevalisten
Foto: Dietmar Wäsche
Rückschlag für den zuletzt aufstrebenden Karneval in Bochum: Erstmals seit Jahren stehen die Narren in dieser Session ohne gekrönte Häupter da. Der Festausschuss verzichtet zudem bis 2017 auf eine Prunksitzung im Ruhr-Congress.

Bochum. Der Elfte im Elften markiert in dieser Woche den Start in die Karnevalssession. Die heimischen Jecken schauen nicht eben fröhlich drein: Der Bochumer Karneval steht ohne stadtweite Repräsentanten und Prunksitzung da.

2011 hatte Bernd Lohof, Präsident des Festausschusses Bochumer Karneval, eine – wie er später zugab – Schnapsidee. Dem lahmenden Karneval sollte mit einer rheinischen Anleihe Schwung verliehen werden. Geboren war das 1. Bochumer Dreigestirn. Prinz Jochen I. (Sieberin), Bauer Pascal I. (Lohof) und Dominik Schneider als Jungfrau Dominika I., allesamt aus den Reihen der Zwerge von Christ König, legten eine fulminante Premiere hin. Anlass, die Regentschaft mit Jungfrau Jannis Fischer um ein Jahr zu verlängern.

Letzte Amtszeit der Lindener

In der Session 2013/2014 gelang der Rollentausch. Mit Heinz Voss (als Prinz Heinz I.) und Thomas Bausen (als Jungfrau Tomasina I.) erklärten sich zwei langjährige Lindener Karnevalisten bereit, im 2. Bochumer Dreigestirn mitzumischen. Hinzu gesellte sich Ewald Müller, der als Seine Deftigkeit Ewald I. den Bauern verkörperte.

Klar war: Die erste Amtszeit der Lindener wird die letzte sein. Eine weitere berufliche Auszeit kam für die Karnevalsfreunde nicht infrage. Frühzeitig bemühte sich der Festausschuss daher um einen dritten Dreier. „Wir waren nah dran. Doch letztlich mussten die drei Interessenten für diese Session absagen“, bedauert Bernd Lohof, ist aber zuversichtlich, dass das Dreigestirn in der Session 2015/2016 wiederbelebt werden kann.

Auftakt in Dahlhausen

Weil der frisch gekürte Lindener Karnevalsprinz Andreas II. (van den Hövel) nur in seinem Sprengel regieren mag, muss der Festausschuss als Dachverband der Bochumer Karnevalsvereine somit in den nächsten Wochen auf jedwede gekrönten Häupter verzichten. Und auch eine Prunksitzung im Ruhr-Congress (in diesem Jahr u.a. mit Olaf Henning) wird es weder 2015 noch 2016 geben. „Die Sessionen enden schon Mitte Februar. Unsere Sitzung würde mit den Veranstaltungen unserer Mitgliedsvereine kollidieren“, begründet Lohof, der erst wieder für 2017 eine große Sause am Stadionring ankündigt.

Gefeiert wird gleichwohl. Am Samstag, 15. November, läutet der Festausschuss die Session (Motto: „Bochum – Narren in Bewegung“) mit einem zweistündigen Programm bei der Ruhrlandbühne in Dahlhausen ein (19:11 Uhr, Eintritt frei). Dabei wird das scheidende Dreigestirn verabschiedet. Die eigens angefertigten Kostüme sind bereits eingemottet – in der Hoffnung, dass sie zum Elften im Elften 2015 wieder aus dem Fundus geholt werden können.

 
 

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