Die Hans-Böckler-Realschule gefällt mit frischer Optik

Schön geworden. Die Farben der Außenfassade der Hans-Böckler-Realschule finden sich innen wieder.
Schön geworden. Die Farben der Außenfassade der Hans-Böckler-Realschule finden sich innen wieder.
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
Die Sanierung der Hans-Böckler-Schule hat 13,6 Millionen Euro gekostet. Schulleiter Sembritzki begeistert das Resultat. Farben als Orientierungshilfe.

Bochum. Das mit dem Fußboden ist ein Problem. Zum Tag der offiziellen Einweihung des „Neubaus“ der Hans-Böckler-Realschule sollen möglichst keine Fußspuren zu sehen sein. „Die gibt es immer, wenn man aus den Klassenräumen in den Flur kommt“, sagt Schulleiter Walter Sembritzki. „Das liegt wohl an einen bestimmten Reinigungsmittel für die Böden der Klassenräume.“ Es ist nur ein kleiner Schönheitsfleck.

Vor allem einer, der bei der offiziellen Einweihung am Mittwochmorgen kein Thema ist, nicht auffällt. Dafür hat es aber auch in den Jahren seit 2007, als die Entscheidung auf den Weg gebracht wurde, die Realschule zu sanieren, zuviel Dreck gegeben. Dafür ist das Gebäude, Baujahr 1964, auch zu schön geworden – es gefällt mit neuer, frischer Optik. Kurz vor den Sommerferien ist die Schule aus der Parkstation altes Gebäude in das kernsanierte neue Gebäude gezogen. Das erste Schuljahr läuft und Sembritzki ist voll des Lobes. Mehr noch, er ist restlos begeistert. „Wenn ich sagen würde, dass ich zufrieden bin, wäre es eine große Untertreibung.“ Kann man ein Gebäude lieben?

Es geht nicht ums Geld - oder doch?

Die Schüler sind ebenso wahlweise zufrieden oder begeistert. So wie Nathalie, Sängerin der Schulband. „Wir sind in unserem schönen, neuen Gebäude und fühlen uns wohl. Jetzt wissen wir, wo wir hingehören.“ Passend dazu bei der Einweihung der erste Song der Band, „Where you gonna sleep tonight?“ Wo schläfst du heute Nacht? Titel zwei spielt ungewollt/gewollt auf die Kosten für die Sanierung ab. „Price Tag“ mit der Textzeile: It’s not about the Money.“ Es geht nicht ums Geld. Ging es natürlich doch.

Schließlich sollte diese Realschule vor Jahren abgerissen werden. Die Geschichte des Kampfes um die Schule ist Geschichte. 10 Millionen Euro waren für den Um/Aus/Neubau veranschlagt. 13,6 Millionen Euro hat im Auftrag der Stadt die Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum mit den Zentralen Diensten in den Komplex gesteckt. Sie hat aus schwarz und grau und alt am Ende blau und grün und neu gemacht. Innen und außen.

Es soll möglichst für immer halten

„Die Farben sprechen zu uns“, sagt Sembritzki. „Blau steht für Klassenräume, grün für Fachräume, rot für Musik und Mensa.“ Es sei kaum zu glauben, was aus dem alten Gebäude geworden sei. „Was die Architekten daraus gemacht haben, ist klasse.“ Die breiten Flure sind geblieben, viele Fenster reichen bis zum Boden, es gibt Flex-Räume, flexibel nutzbare Räume. Die Realschule ist ein Schmuckstück geworden – passend zum Schmuckstück nebenan, dem Neuen Gymnasium.

Möglichst lange, möglichst für immer soll alles so schön, so sauber, so nett und so zum Lernen einladend sein. „Wir haben“, sagt Sembritzki, „jeden Schüler darauf aufmerksam gemacht, dass er mit verantwortlich für seine neue Schule ist.“ Spuren sollen die Schüler in ihrer Schulzeit aber natürlich hinterlassen. Nur Fußspuren sollen es möglichst nicht sein.

 
 

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