Die Pauluskirche ist die älteste evangelische Kirche

Die Pauluskirche ist ein Bau der lutherischen Gemeinde.
Die Pauluskirche ist ein Bau der lutherischen Gemeinde.
Foto: Fremdbild
Bis 1655 teilten sich Katholiken und Protestanten eine Kirche, die heutige Propsteikirche. Dann baute die lutherische Gemeinde die Pauluskirche.

Bochum.. Die Pauluskirche (1655) gehört zu den bekanntesten Bochumer Kirchen, sie ist das älteste evangelische Gotteshaus in der Innenstadt.

Protestanten und Katholiken hatten sich nach der Reformation lange und nicht immer einvernehmlich die damals einzige Kirche Bochums, die heutige katholische Propsteikirche, geteilt. 1655 – 138 Jahre nach der Reformation – begann die lutherische Gemeinde mit dem Bau eines eigenen Gotteshauses.

Spenden kamen sogar aus Skandinavien

Weil Geld fehlte, wurde gesammelt, wobei Spenden sogar aus Dänemark, Schweden, Kurland und Holland kamen, also jenen Ländern, in denen der Protestantismus Fuß gefasst hatte.

Die Pauluskirche ist nicht nach Osten und damit nach Jerusalem ausgerichtet, sondern folgt pragmatisch dem Verlauf des damaligen Stadtgrabens. Das war möglich, weil der Gottesdienst nach dem veränderten lutherischen Verständnis nicht mehr an eine solche Ausrichtung gebunden war.

Bei einem Bombenangriff brannte die Kirche nieder

1902/03 wurde die Kirche mit großen neugotischen Fenstern ausgestattet. 1943 brannte sie nach einem Bombenangriff bis auf die Außenmauern nieder. Beim Wiederaufbau erhielt das Gebäude sein heutiges Aussehen, das einer mittelalterlichen Dorfkirche nachempfunden ist.

Die Fenster im Altarraum, 1960 geschaffen vom Bochumer Künstler K. Willy Heyer, zeigen die drei Stationen der Wandlung des Saulus zum Paulus, dem Namenspatron der Kirche. Um die Pauluskirche besser zur Wirkung zu bringen, wurde ihr Turm 1949 erhöht, ein kleiner Platz geschaffen und die Nachbarbebauung niedrig gehalten. 1974 wurde der Innenraum erneut nach Plänen von Kurt Peter Kremer umgestaltet.

Kirche für die Stadt

Neben den regelmäßigen Gottesdiensten und der Gemeindearbeit spielt heute die City-Kirchenarbeit eine wichtige Rolle; „Kirche in der Stadt – Kirche für die Stadt“, lautet der Wahlspruch. Dazu gehört die offene Nachmittagskirche, eine Aufforderung zur Besinnung im hektischen Alltags- und Einkaufstrubel.

Neben dem Kirchenbau erinnert die „Trauernde Alte“ des Bildhauers Gerhard Marcks an die Schrecken des schwersten Bombenangriffes, der am 4. November 1944 Bochum in Schutt und Asche legte. Die „Trauernde“ wurde 1955 enthüllt und ist aus Basaltlava gehauen. Dargestellt ist ein gramgebeugte alte Frau, die – wohl vergeblich – nach ihren Kindern und Angehörigen Ausschau hält.

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