Der Weg ins Leben führt über die Theaterbühne

Mit Lanzen über „Stock und Schein“: Gruppenaktivitäten gehören zum Konzept von Theater Total, entsprechend sind Choreographien immer ein Bestandteil der TT-Aufführungen.
Mit Lanzen über „Stock und Schein“: Gruppenaktivitäten gehören zum Konzept von Theater Total, entsprechend sind Choreographien immer ein Bestandteil der TT-Aufführungen.
Foto: Theater Total
  • Das Theater Total feiert in diesem Jahr seinen 20. Entstehungstag
  • „Über Stock und Schein“ heißt die aktuelle Produktion, die am Freitag Premiere feiert
  • Nach den Aufführungen in Bochum wird das Ensemble auf Tournee gehen

Bochum.. Die Zeit vergeht, und schon feiert das Theater Total seinen 20. Geburtstag: 1996 wurde die Schauspielschule, die viel mehr ist als das, von Barbara Wollrath-Kramer gegründet. Seitdem haben sich hunderte von Jugendlichen hier in Sachen Schauspiel, aber vor allem auch in Sachen Leben ausprobiert: Ziel von TT ist, so Wollrath-Kramer, „die Bildung des Menschen durch Kunst zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten“. Anfang Dezember wird der runde Geburtstag gebührend gefeiert.

Doch zunächst steht die aktuelle Produktion im Fokus, die an diesem Freitag (4.) beim Theater Total Premiere feiert. Der aktuelle TT-Jahrgang arbeitet seit Mitte September unter der künstlerischen Leitung von Wollrath-Kramer an seiner Tanztheater-Performance mit dem Titel „Über Stock und Schein“ – Auszüge daraus waren auch an den beiden Eröffnungsabenden im Musikforum zu sehen. Eine Inszenierung, in dem die Musik eine wichtige Rolle spielt: Zentraler Bestandteil sind fünf slawische Tänze Antonín Dvořáks, sowie eine Auftragskomposition der Bochumer Symphoniker an Florian Paul (Hochschule für Musik und Theater München), einem ehemaligen Theater Total-Teilnehmer.

„Über Stock und Schein“ stellt existentielle Lebensfragen: Womit identifiziere ich mich? Schein oder Sein? Zumal für Jugendliche sind das wichtige Punkte auf dem Weg der Selbstfindung und des Zurechtfindens in der Welt der Erwachsenen. Im Stück geht der alltägliche Hürdenlauf durch Scheinwelten und über harte Hindernisse des Lebens – immer entlang der drängenden Zeitfragen einer komplexer werdenden Welt.

Alles wird selbst gemacht

Entlang dieser Aspekte wurde von den jungen Schauspielern mit Stöckern improvisiert, wurden Szenen geschaffen und zu einer Gesamtdramaturgie verknüpft.

In den Theater Total-Räumen an der Hunscheidtstraße und in der ehemaligen Albertus-Magnus-Kirche an der Königsallee sind auch in diesem Jahr wieder 30 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren aktiv. In Zusammenarbeit mit professionellen Künstlern entsteht die Produktion, aber zum TT-Leben gehört eben auch, dass „alles“ selbst gemacht wird: von der Essenzubereitung über die Kostümschneiderei und die Pressearbeit bis zur Bühnenbeleuchtung.

Nach den Aufführungen in Bochum wird auch das Ensemble des 20. Jubiläumsjahrgangs in ganz Deutschland unterwegs sein und sein Stück auf einer großen Tournee präsentieren.

EURE FAVORITEN