Der Heldt ermittelt anders

Darsteller (v.r.n.l.) Kai Schumann (Kommissar Nikolas Heldt), Janine Kunze (Staatsanwältin Ellen Bannenberg) und Timo Dierkes (Hauptkommissar Detlef Grün).
Darsteller (v.r.n.l.) Kai Schumann (Kommissar Nikolas Heldt), Janine Kunze (Staatsanwältin Ellen Bannenberg) und Timo Dierkes (Hauptkommissar Detlef Grün).
Foto: WAZ FotoPool
Ein neuer ZDF-Vorabendkrimi spielt in Bochum. Zunächst sechs Folgen. Kommissar Heldt ermittelt.

Bochum.. Horst Schimanski ermittelte in Duisburg, "Mick" Brisgau ist „der letzte Bulle“ in Essen und Peter Faber untersucht die „Tatorte“ in Dortmund. Jetzt bekommt auch Bochum seinen Kommissar. „Heldt“ ermittelt ab dem 24. Januar im ZDF-Vorabendprogramm und kriegt es in Bochum mit Mädchenhandel, Drogen und auch Kriminalität im Promi-Golfplatz-Milieu zu tun.

Für Astrid Quentell, Geschäftsführerin von Sony Pictures Film, der Produzentin der zunächst auf sechs Folgen angesetzten Serie, ist das ein „Herzblutprojekt“: „Wir finden Bochum toll. Die Stadt hat viele Facetten. Sie ist intellektuell, auch durch die Uni, aber auch klassisches Ruhrgebiet. Ich stimme unserem Hauptdarsteller Kai Schumann zu, der gesagt hat, Bochum sei roh, aber im guten Sinne. Nicht glattgebügelt“. Eben nicht so wie Münster.

Einer, den Frauen retten wollen

Kai Schumann, manchem TV-Allesgucker bekannt als "Dr. Mehdi Kaan“ in „Doctor’s Diary“, war die Traumbesetzung der Produktionsfirma für den Titelhelden. Seine Figur grenze sich gut ab gegen die anderen Ruhrpott-Ermittler. Quentell: „Der Tatort-Kommissar in Dortmund kämpft mit seinen Psychosen, der Bulle in Essen ist ein Macho, einer an den sich die Frauen anlehnen wollen.

Heldt dagegen ist ein Kind, ein Junge, der zwischen Gesetz und Gerechtigkeit steht. Einer den die Frauen retten wollen“. Als Polizist spiegele sich das in seiner Art wieder: er habe einen gewissen Spieltrieb, trickse gerne und nutze auch schon mal ein paar Gadgets, verrät die Produzentin.

Stammkneipe im Kölner Studio

Die Handlung spielt in Bochum, von der Stadt ist aber nicht allzu viel zu sehen. Das meiste entstand in Kölner Filmstudios - bis hin zur Stammkneipe des Beamten. „Im Vordergrund steht die Charakterentwicklung, sechs Folgen sind dafür nicht viel. Da bleibt nicht viel Raum für Lokalkolorit. Es gibt aber durchaus etwas von Bochum zu sehen“, verspricht die Produzentin.

Damit sind auch Gastauftritte gemeint. Die realen Stadtpolizisten „Toto und Harry“ dürfen in Folge 3 ihrem Handwerk nachgehen, der legendäre Bond-Bösewicht Claude-Oliver Rudolph - in Bochum wahrlich kein Unbekannter - liefert sich ein buchstäbliches Schnaps-Wettsaufen mit Heldt und Ralf „Ralle“ Richter darf auch in einer der sechs Folgen á 43.30 Minuten nicht fehlen.

Die Sony-Chefin ist sehr optimistisch, was die Serie angeht. Neue Drehbücher seien bereits in der Vor-Arbeit. Bei einer Realisierung denke man auch darüber nach, mehr Drehorte in der Stadt zu nutzen. Auf der Wunschliste stände vor allem die Uni, aber auch eine „klassische Zechenkulisse“.

 
 

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