Das Land ist nun bei der Jahrhunderthalle am Zuge

Sabine Vogt
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Bochum. Die Stadt Bochum ist bereit, die Jahrhunderthalle zu übernehmen, sofern das Land einige Maßnahmen im Westpark bezahlt. Indirekt habe das Ministerium schon zugesagt, ausstehende Maßnahmen im Westpark zu fördern, so Burkhard Huhn.

Die Verhandlungen um die Übernahme der Jahrhunderthalle durch die Stadt stoßen in eine intensive Phase vor. Prinzipiell „sind sich Stadt und Land einig“, sagt Burkhard Huhn, Sachgebietsleiter Rahmenplanung. Das Land als Besitzer will die Halle an Bochum übertragen. Die Stadt indes ist nicht bereit, sich damit einen Kostenwust aufdrängen zu lassen und stellt ihrerseits Bedingungen. Die beinhalten eine Reihe von Investitionen und Zusagen durch das Land.

Zurzeit ist Düsseldorf also am Zuge. Und „indirekt“, so Burkhard Huhn, habe das Ministerium für Verkehr, Stadtentwicklung, Wohnen und Bauen nun zugesagt, ausstehende Maßnahmen im Westpark zu fördern. Dazu gehört etwa der Bau eines Parkhauses: Fünf Millionen Euro sind veranschlagt, vier davon soll das Land übernehmen.

Generell hat sich Bochum bereit erklärt, die Jahrhunderthalle zu übernehmen. Das geht auch auf einen Ratsbeschluss vom Sommer dieses Jahres zurück. Darin sind u.a. die Bedingungen genannt, dass das Land weitere Investitionsmaßnahmen zur Fertigstellung und Sicherung einer langfristigen Nutzung der Innenstadt-West und der Halle selbst in Höhe von bis zu 11,8 Millionen Euro fördert.

Lichtinszenierungen am Colloseum

Darunter fallen der Anschluss des Geh- und Radweges „Grüner Rahmen“ an die Alleestraße; er macht für die Stadt nur Sinn, wenn er den Westpark in seiner gesamten Länge zwischen Gahlensche- und Alleestraße an die Wattenscheider Straße heranführt. Weitere Forderungen beinhalten einen Ausbau der Turbinenhalle, die Erschließung der Gahlenschen Straße, die Flächengestaltung rund um die Halle, deren Dachsanierung, Schallschutz für die Westfassade, die Sanierung des kleinen Wasserturms. Der kleine Wasserbehälter steht – genauso wie der große, die Dampfgebläse- und Turbinenhalle – unter Denkmalschutz. Related content

Zudem legt Bochum großen Wert auf die Zusicherung, dass die Ruhr-Triennale am Spielort Jahrhunderthalle fortgesetzt wird und die Kultur Ruhr dort einen festen Platz bekommt. Schließlich legt Bochum großen Wert darauf, dass das Colloseum nachts durch Lichtinszenierungen betont wird.

„Die Stadt soll verbindlich erklären, dass sie die Jahrhunderthalle übernimmt. Im Grunde warten wir jetzt nur noch auf die Rückmeldung aus Düsseldorf, dass das Ministerium unsere Bedingungen erfüllt. Dann wird ein formeller Vertrag aufgesetzt, der noch vom Rat abgesegnet werden muss“, erklärt Huhn.