Das Bochumer Uni-Center bleibt ein Sorgenkind für die Stadt

Tote Hose im Uni-Center – kein seltenes Bild. Während es weiter hinten durchaus belebt ist, stehen Richtung Uni-Bad viele Ladenlokale leer. Auch baulich bröckelt es an vielen Stellen.
Tote Hose im Uni-Center – kein seltenes Bild. Während es weiter hinten durchaus belebt ist, stehen Richtung Uni-Bad viele Ladenlokale leer. Auch baulich bröckelt es an vielen Stellen.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
  • Die Grand City Property (GCP) lasse die Immobilien im Uni-Center verkommen
  • Leerstand und Taubenkot bereiten der Stadtspitze Sorgen
  • GCP hingegen sieht sich als Experte in Sachen Instandsetzung maroder Immobilien

Bochum.. Das Uni-Center ist Dreh- und Angelpunkt für mehr als 40 000 Studierende. Auf lange Sicht soll es zu einem zweiten Stadtzentrum werden, wünschen sich manche Stadtplaner. Das Potential hat es. Bloß: Es gibt viele Leerstände und die Gebäude sind teils in miserablem Zustand. Beim Quartiersrundgang mit Bezirksbürgermeister Helmut Breitkopf überzeugte sich OB Thomas Eiskirch (beide SPD) von der Lage.

„Es ist wichtig, dass zu sehen“, sagt Breitkopf: Das von Taubenkot gepflasterte, schlecht beleuchtete Parkhaus, die leeren Läden, der ungepflegte Zustand vieler Gebäude. Anfang des Jahres hat Grand City Property (GCP) die Immobilien gekauft. Das Unternehmen macht vor allem zwei Dinge – hohe Gewinne und Negativschlagzeilen: In Dortmund verschickte GCP eine Welle an Mahnungen an die Mieter, teils mit verjährten Forderungen. Dasselbe ist in Bremen geschehen. Und in einem Einkaufscenter in Berlin, dass der Firma gehört, klagen Geschäftsleute, dass nichts gegen den Leerstand unternommen wird – ähnliche Beschwerden wie in Bochum.

Mieterverein ist auf der Hut

Wirtschaftlich läuft es für das Unternehmen gut: Im ersten Quartal diesen Jahres machte es Umsätze von über 100 Millionen Euro – 54 Prozent mehr als im Vorjahr. „Das ist ein Unternehmen, dass Immobilien für sein Portfolio aufkauft und sich nicht um sie kümmert“, so Eiskirch. Auch dem Mieterverein ist GCP ein Begriff: Man habe viel aus Nachbarstädten gehört, sagt Aichard Hoffmann: „Wir sind da sehr auf der Hut.“ Das Uni-Center, so der Sprecher des Mietervereins, sei schon lange ein „Sorgenkind“: „Aber auf dem Weg der Besserung“. Das war unter dem alten Eigentümer. „Seit GCP haben die Klagen der Mieter wieder zugenommen.“

GCP hingegen sieht sich als Experte in Sachen Instandsetzung maroder Immobilien: „Unsere Strategie ist es, Objekte langfristig zu halten, Schritt für Schritt zu investieren und sie nachhaltig zu verbessern“, sagt Sprecherin Katrin Petersen. Reinigungskräfte seien vor Ort, ein „Reinigungskonzept“ werde entwickelt. Auch für das Parkhaus? „Das Parkhaus ist stark ausgelastet, die Nachfrage übersteigt die freien Plätze.“ Zudem evaluiere GCP künftige Maßnahmen. Und im Wohnbereich gebe es so gut wie keine Leerstände mehr.

Die leeren Ladenparzellen im Uni-Center lassen sich aber nicht leugnen. Ebenso wenig, wie der Taubenkot im schmutzigen Parkhaus. Eiskirch und Breitkopf sind unzufrieden. „Wenn wir so nicht weiter kommen, werden wir über Alternativen nachdenken“, so der OB. Wie diese aussehen könnte, will er jetzt noch nicht verraten.

 
 

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