Bochum

Coronavirus im Gefängnis: NRW-Häftlinge genießen jetzt DIESE Privilegien

Corona-Zeit und Ostern: Sind Ausflüge überhaupt erlaubt?

Auch an Ostern gelten die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Besuch des eigenen Ferienhauses, Tagesausflüge, Eiersuchen im Freien ... Was ist für die Feiertage eigentlich erlaubt und was nicht?

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Bochum. NRW hat das Coronavirus im bundesdeutschen Vergleich früh und heftig erwischt. Für alle öffentlichen Einrichtungen hatte das drastische Konsequenzen.

Das gilt auch für Gefängnisse in NRW. Die Haftanstalten fürchten, dass sich das Coronavirus hier besonders schnell ausbreiten könnte, käme es zu einer Einschleppung.

Deshalb haben die Verantwortlichen früh Kontakte zur Außenwelt beschnitten. Im Gegenzug erhalten die Gefangenen neue Privilegien.

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Bislang sind die meisten Gefängnisse in NRW vom Coronavirus verschont geblieben. Laut NRW-Justizministerium sind erst zwei Gefangene positiv auf Covid-19 getestet worden (Stand: 7. April, 14 Uhr).

Damit das so bleibt, dürfen die Gefangenen derzeit keinen Besuch empfangen. Nur dringende Termine mit Staatsanwälten oder Verteidigern dürfen stattfinden. „Das sind dann allerdings Trennscheiben-Besuche“, stellt Candida Tunkel, Pressesprecherin der JVA Bochum, klar.

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Weitere Einschränkungen etwa in Bochum: Versammlungen mit externen Gruppenleitern fallen aus und „die üblichen Freistunden gemeinsam in Gruppen gibt’s jetzt so nicht mehr“, so Tunkel. Heißt: Die Gruppengrößen wurden reduziert - mit der Konsequenz, dass der soziale Austausch minimiert ist.

Häftlinge genießen neue Privilegien

Damit die Stimmung unter den Häftlingen nicht kippt, wurden in der JVA Bochum allerdings auch Regeln gelockert. So dürfen die Gefangenen eines Blocks sich jetzt öfter treffen, auch an Wochenenden. Das war zuvor ausgeschlossen.

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Und: „Sie dürfen öfter mit ihren Angehörigen telefonieren“, sagt Tunkel. Ähnliches gilt auch in anderen Haftanstalten. In der JVA Wuppertal hatten die Insassen besonderes Glück.

Unternehmen schenkt Häftlingen Telefon-Guthaben

„Wir hatten zufällig im März Telefone auf den Fluren installiert“, erklärt Thomas Eidam, Leiter der JVA, wo Kindermörder Marcel Heße in U-Haft gesessen hatte, bevor er zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt wurde.

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Gegen eine geringe Gebühr können die Inhaftierten hier genehmigte Nummern (Familie, Partner etc.) anrufen. Ihr Glück: Aufgrund der außerordentlichen Lage hat das betreibende Unternehmen allen Insassen Guthaben geschenkt. „Etwa im Wert von einer Stunde ins Festnetz“, so Eidam. „Das hat sehr zur Stimmung beigetragen.“

„Wir haben viel mehr Einschnitte als im Gefängnis“

Überhaupt habe sich die Stimmung in den Anstalten nicht großartig geändert. „Wir haben viel mehr Einschnitte als im Gefängnis“, bringt es Candida Tunkel auf den Punkt.

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Um die Häftlinge zu schützen, würden in Bochum alle Vollzugsbeamten selbstgemachte Atemschutzmasken tragen: „Wir wissen ja alle nicht, ob wir den Virus in uns tragen“, erklärt die Pressesprecherin die freiwillige Maßnahme.

Häftlinge entlassen – Neuankömmlinge in Quarantäne

Besondere Vorsichtsmaßnahmen gelten auch bei Neuankömmlingen. Sie müssen zunächst für 14 Tage in Quarantäne. Erst danach dürfen sie Kontakt zu anderen Häftlingen haben.

Außerdem wurde die Haft bei vielen Straftätern in NRW unterbrochen. In Bochum wurden etwa 28 Insassen entlassen. Sie sollen ihre Strafe später weiter absitzen. Hintergrund: Die Gefängnisse sollen Kapazitäten schaffen, um Gefangene im Fall einer Infektion umgehend isolieren zu können.

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In Wuppertal wurde für diesen Fall bereits eine ganze Ebene mit 25 Einzelhaft-Plätzen unter Quarantänebedingungen geschaffen. „Mit einer Schleuse wie im Krankenhaus“, so Thomas Eidam.

Bei besonders schweren Krankheitsverläufen könnten Gefangene dann an das Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg überwiesen werden. Aber alle Beamten hoffen, dass dieses Szenario nicht eintritt.

 
 

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