Comic "Die Toten": Zombie-Alarm im Bochumer Bermuda-Dreieck

Der Illustrator Timo Grubing und die Essener Autorin Susanne Korff-Knoblauch haben sich einen schwer coolen Comic ausgedacht.
Der Illustrator Timo Grubing und die Essener Autorin Susanne Korff-Knoblauch haben sich einen schwer coolen Comic ausgedacht.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Im Comic-Band „Die Toten“ bringen der Bochumer Illustrator Timo Grubing und die Autorin Susanne Korff-Knoblauch den Horror bis an den Südring.

Bochum. Gruselige Szenen spielen sich im Bermuda-Dreieck ab: Wo sonst das blühende, bierselige Leben tobt, herrscht der nackte Horror. Am 3. Oktober 2009 bricht in Deutschland eine Zombie-Virus-Epidemie aus – und auch auf Bochums berühmter Flaniermeile sind bald haufenweise Untote unterwegs. Auf der Suche nach Frischfleisch plündern sie eine Kneipe nach der nächsten...

Man braucht kein großer Comic-Fan zu sein, um an dem Sammelband „Die Toten“ echten Spaß zu haben. Fünf Zombie-Geschichten werden in dem Buch beschrieben, die erste von ihnen spielt bei uns.

Der Bochumer Illustrator Timo Grubing hat die Apokalypse mit viel Liebe gezeichnet. Etwa drei Monate malte er an der rund 30-seitigen Geschichte: „Jedes der Bilder ist ganz klassisch per Hand als Tuschezeichnung entstanden“, erzählt er. „Nur die Hintergrundfarben wurden später nachbearbeitet.“

Leser erkennt viele Schauplätze wieder

Dass der Leser eine Vielzahl der Schauplätze wiedererkennt, macht natürlich den Reiz aus: So detailgenau wie eben möglich zeigt Grubing die Kortumstraße oder den Südring. Die Heldin des Comics wohnt über dem „Best Friends“ an der Brüderstraße. Fotografien dienten ihm als Vorlage.

Und weil die Geschichte im Winter des Jahres 2009 spielt, hat er ältere Google-Bilder hinzu gezogen, weil sich die Stadt im Laufe der Zeit natürlich etwas verändert hat. So entdeckt der Leser mitten im Zombie-Wahnsinn sogar den Engelbert-Brunnen: „Auf solche Details genau zu achten, macht beim Zeichnen natürlich besonderen Spaß.“

Entwicklung gleicht der Arbeit an einem Film

Entwickelt hat Timo Grubing seinen Comic gemeinsam mit den Autoren Susanne Korff-Knoblauch und Andreas Völlinger. Die Entwicklung eines Comics ähnelt dabei durchaus der Arbeit an einem Film: Es gibt ein Drehbuch, nach dem Grubing seine Zeichnung zunächst ganz grob entwickelt hat. „Beim Schreiben hat man natürlich viele Ideen, die sich bildnerisch nicht umsetzen lassen und umgekehrt“, erzählt Susanne Korff-Knoblauch. „Das war ein langwieriger Prozess, hat aber echt Spaß gemacht.“

Erste Idee: Zombies auf Haus Kemnade

Der erste Plan war, den Zombie-Horror auf Haus Kemnade spielen zu lassen. „Aber mitten im Bermuda-Dreieck ist das einfach spannender.“ Spätestens seit dem Erfolg der Serie „The Walking Dead“ sind Geschichten mit Untoten wieder schwer in Mode, doch auf diesen Zug wollte Timo Grubing gar nicht aufspringen. „Ich bin eher Fan der Zombie-Filme aus den 40er Jahren.“

Für völlig absurd halten die beiden ihren Comic übrigens nicht: „Wenn ich manche Gestalten sehe, die Sonntagfrüh durchs Bermuda-Dreieck torkeln, dann sind wir mit unserer Geschichte ziemlich nah dran“, schmunzelt der Comiczeichner. Nicht umsonst trägt eine legendäre Kneipe im Dreieck den Spitznamen „Zombie-Keller“.

 
 

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