Bundesbank stellt in Bochum den neuen 10-Euro-Schein vor

Jürgen Stahl
Dietmar Bruns, stellv. Filialleiter der Bundesbank in Bochum, stellte die neue 10-Euro-Banknote vor
Dietmar Bruns, stellv. Filialleiter der Bundesbank in Bochum, stellte die neue 10-Euro-Banknote vor
Foto: Fischer
Am 23. September wird der neue 10-Euro-Schein in Umlauf gebracht. An der Universitätsstraße feierte die druckfrische Note bereits am Dienstag ihre Bochum-Premiere: In der Filiale der Bundesbank wurde der Geldschein der Presse vorgestellt.

Bochum. Sicherer, robuster, augenfälliger: Zwölf Jahre nach der Euro-Einführung soll der modifizierte Zehner seinen Vorgänger gleich dreifach übertrumpfen. Der stellvertretender Bankchef Dietmar Bruns macht folgende Vorteile aus:

– Zusätzliche Sicherheitsmerkmale machen es Geldfälschern schwerer. Eine Smaragdzahl schimmert je nach Blickwinkel grün bis blau. Das Hologramm der mythologischen Gestalt Europa ist als Wasserzeichen eingelassen. Glanzstreifen und Sicherheitsfaden zählen zu den weitere Echtheitsmerkmalen.

– Dank zusätzlicher Beschichtung soll dem neuen Zehner eine längere Lebensdauer beschieden sein. Bisher werden die 10-Euro-Lappen im Schnitt nach eineinhalb Jahren aus dem Verkehr gezogen. Künftig sollen sie ein Jahr länger halten.

– Die 10 (die Banker nennen sie Wertzahl) ist auf dem aktuellen Geldschein prägnanter zu erkennen als auf seinem Vorgänger. Das soll Verwechslungen ausschließen.

Es werden immer noch D-Mark umgetauscht

Am 23. September wird der neue Zehner zum gültigen Zahlungsmittel. Wie schon beim 5-Euro-Schein werden die alte und neue Banknote eine Zeit lang parallel im Umlauf sein. Anders als im vergangenen Jahr beim neuen Fünfer sollen sich die Probleme an Automaten in Grenzen halten. „Die Automaten-Aufsteller haben seit Januar Zeit, sich auf die Umstellung vorzubereite“, zeigt sich Dietmar Bruns zuversichtlich, dass die allermeisten Geräte die Scheine schlucken.

Die Bochumer Bundesbank-Filiale, die Geldinstitute in weiten Teilen des Ruhrgebiets bis zum Münster- und Sauerland mit Barem beliefert und deren Geldnoten einsammelt, ist auf den massenhaften Austausch der Scheine in den nächsten Monaten bestens vorbereitet. Dabei sind die Mitarbeiter auch mit der guten alten D-Mark noch häufiger beschäftigt, als man denkt. „Im Durchschnitt kommen täglich acht Kunden zu uns, um D-Mark-Münzen und -Scheine in Euro umzutauschen“, berichtet Dietmar Bruns. Tatsächlich ist es mitunter die Matratze, unter der die Angehörigen nach Omas oder Opas Tod bis zu 50.000-D-Mark-Hinterlassenschaften entdecken. Auch nach Haushaltsauflösungen oder bei Münzsammlungen wird noch eifrig umgetauscht – und das zum 2002 festgelegten Wechselkurs von 1 : 1,95583.

An den Schaltern an der Universitätsstraße dürfte das D-Mark-Zeitalter noch lange präsent bleiben. Es gibt in Deutschland keine Wechsel-Frist; die Bundesbank rechnet damit, dass noch 12 Milliarden D-Mark deponiert sind.